prähochzeitliches Krisenmanagement

Keine Ahnung was in uns gefahren ist, aber gestern fanden wir uns in einem Bekleidungsgeschäft Klamotten für die Hochzeit probierend wieder.

Weil Teile der bald angeheirateten Familie – die weiblichen – meinen, man müsse was besonderes anhaben, wenn man sich das Ja-Wort gibt.

Gut, dass die Anzüge dem Göttergatten nicht gefielen. „Ich gebe keine 160 Euro für diese miese Qualität aus.“

Gut, dass die Modemacher meinen, frau muss im Herbst/Winter gedeckte bis tief-schwarze Farben tragen. Was ich im übrigen jeden Herbst nicht verstehen kann, denn je länger es draußen grau bis dunkel ist, desto bunter würde ich mich gerne anziehen. Geht nur nicht, weil bunte Kleidung anscheinend nur in der Frühjahrskollektion erlaubt ist. „Ich kann doch nicht schwarz tragen! Entweder sehe ich aus als würde ich Trauer tragen, oder ich schau aus als ob ich in meiner Kellnerinnen-Mittagspause mal schnell aufs Standesamt gehüpft wäre.“

Dem Lachen folgt betretenes Schweigen mit rauchenden Köpfen. Dann sage ich:

„Weißt du was? Das ist unsere Hochzeit. Wir wollen ohne Schnickschnack heiraten. Sollen doch deine Schwestern an ihrem Hochzeitstag machen, was SIE wollen und wir machen was WIR wollen. Frei nach dem AfD-Gassenhauer: Unsere Hochzeit. Unsere Regeln.“

„Du hast Recht. Warum lassen wir uns von denen wahnsinnig machen? Es reicht doch schon, dass wir unsere Familien überhaupt eingeladen haben. Lass uns nach Hause gehen.“

Zufrieden stiegen wir in den Bus heim ein und verbrachten einen sehr gechillten Nachmittag.

Am Abend rauchten wir eine Shisha und das Hochzeitsthema kam wieder auf.

„Hast du Waleed eigentlich eingeladen?“

„Shit! Ich rufe ihn sofort an.“

„Und Mohammed?“

„Waleed soll es Mohammed sagen – weiß dein Bruder schon, dass eure Mutter geheiratet hat? Weil wie sollten wir IHN meinen Schwestern vorstellen?“

„Fuck. Ich rufe sofort meine Mutter an. Ich werde auch meinem Vater beim sonntäglichen Telefonat daraufhinweisen, dass seine Freundin nicht fragen soll wegen der islamischen Hochzeit.“

Meine Mutter hat ihren Lebensgefährten nach 10 Jahren Beziehung heimlich geheiratet und mir vor zwei Wochen davon erzählt. Das war vor sechs Jahren. – Wir haben ein gutes Verhältnis, war aber davor nie der Rede wert – LOL.

„Offiziell“ sind wir nach islamischen Ritus schon seit einem Jahr verheiratet, sonst hätten wir nicht zusammenziehen dürfen. Einzig sein Bruder weiß, dass dem nicht so ist. Dachte ich.

„Na wenigstens können wir gegenüber deinem Bruder ehrlich sein.“

„Was meinst du?“

„Na dass wir nicht muslimisch verheiratet sind.“

„Seit dem du schwanger wurdest, sind wir auch vor meinem Bruder verheiratet! Was hast du zu seiner Frau gesagt????“

„Ähhhh. Ich weiß jetzt nicht wann wir das letzte Mal über Ehen gesprochen haben….äähhh…“ Ich lach mich deppert.

„Heisst das, sie weiß, dass wir nicht verheiratet sind???“

„Ääähhh… weißt du, wenn dein Bruder darüber mit mir reden möchte, sag ich einfach ich verstehe seine Frage nicht, sein Deutsch ist so scheiße, er soll mit dir Arabisch sprechen….Okay?“

Schallendes Gelächter.

„Okay.“

Sein Bruder spricht reinstes rheinländisches Deutsch. Man könnte meinen, er sei dort aufgewachsen. Dabei ist er erst seit 4 Jahren in Deutschland. Seine Frau spricht keine Fremdsprachen, somit war das Deutschlernen sehr einfach.

„Oh mein Gott. Deine Stiefmutter und meine ältere Schwester werden sich gut verstehen. Wir dürfen sie nicht alleine lassen.“

„Du meinst meine Stiefmutter wird mich danach anrufen und sagen „Die Schwester mit dem komischen Namen, nicht die dicke, die schlanke meine ich, ist äusserst reizend. Das hätte ich von einer Araberin nicht erwartet. Und beide sind so westlich!“?“

Und er hat Recht. Die beiden sind sich sehr ähnlich und werden definitiv ab der Hauptspeise sich blendend unterhalten, weil meine Stiefmutter definitiv mit ihren Vorurteilen nicht hinterm Berg halten wird und seine Schwester mit denen sowas von Schlitten fahren wird. Ich freu mich schon sehr darauf.

Seine jüngere Schwester wird sich super mit meiner besten Freundin verstehen – die sind ein Gmach.

Sag ich zum Göttergatten:

„Und willst wissen was das geilste ist? Wenn mir die ganze Sippe zu viel wird, kann ich mich zum Stillen noch immer zurückziehen! Wahahahahaha.“

„Und ich werde mitkommen. Du weißt ja noch immer nicht wie stillen funktioniert! Ahahahahahahaha.“

„Mein Liebster, schau dir unser dickes Mädchen an. Jeder wird diese Lüge erkennen. Du wirst schön bei der family bleiben müssen. Ahahahahahahaha!“

Nachdem die Shisha fertig geraucht war, luden wir Waleed auch noch ein und meine Mutter versicherte mir, mein Bruder habe die Hochzeit „zur Kenntnis genommen“, einzig mein Vater soll es nicht wissen. Ich frag mich allerdings angesichts der jüngsten Entwicklungen ob der nicht eh auch schon in der dritten Ehe (er hat es vor der mir meiner Mama schon mal probiert gehabt) steckt und es einfach auch nicht erzählt.

Der deutsche Amtsschimmel und seine Sporen

Wenn ich vor einem Jahr gewußt hätte, dass mein größter Themenblock die Bürokratie umfassen würde, wäre die heutige Überschrift mein Blogname geworden.

Nachdem ich mich auf der wichtigsten Homepage für alles was man von einem österreichischen Amt benötigen könnte, darüber informiert habe was man so als neugeborene Auslandsösterreicherin für die Passerstausstellung braucht, habe ich es gewagt beim Meldeamt in Passau anzurufen.

Nach 25 Minuten und beim 4. Anruf – dreimal läutete es bis zu „der angerufene Teilnehmer ist momentan nicht verfügbar“ durch – hob eine tatsächlich kompetente Dame ab, die mich und mein Kind im Computer fand und meinte, um eine Meldebescheinigung fürs Küken zu erhalten, reiche es aus mit meinem Ausweis vorbeizukommen und ja, das ginge auch in der Dependance an der Peripherie.

Da in unserem Wohnhaus noch immer gebohrt und gehämmert wird, nutzte ich den Krach und das schöne Wetter für einen kleinen Ausflug mit Kinderwagen zum Amt.

Zehn Minuten und zwei Wartenummern später waren wir auch schon dran. Man stelle sich das Büro vor wie eine Sportstätte – am Rand sitzen die Beamten wie entnervte „Fans“ der ewigen Losermannschaft die schon wieder tut was sie am besten kann, nämlich verlieren, man selbst kommt gerade nach der Halbzeit als Spieler wieder am Platz. Ich habe meinen größten Fan mit der Platznummer sechs gleich entdeckt – einer mit Beisitzer. „Juhuu Einschulung,“ dachte ich und bemühte mich der Sachlage offen gegenüber zu sein.

„Hallo. Ich benötige eine Meldebescheinigung für meine in Passau geborene Tochter,“ sagte ich und übergab meinen Reisepass.

„Sie meinen Geburtsurkunde?“ fragten die zwei.

„Äh. Nein. Eine Meldebescheinigung.“

„Aber sie sind Österreicherin.“

„Ist das ein Problem für sie? Soweit ich weiß, darf ich innerhalb der EU wohnen wo ich möchte.“

„Ja aber ihre Tochter wurde in Passau geboren?“

„Und seit diesem Moment vor knapp sechs Wochen hat sie die Stadt auch noch nicht verlassen.“

„Na dann brauchen sie eine Geburtsurkunde.“

„Noch einmal: Ich benötige eine Meldebescheinigung. Ihre Kollegin am Telefon meinte, ich müsse „einfach nur meinen Ausweis vorlegen“. Wollens ned vielleicht amoi Daten daraus eintippen und wir spoan uns de Diskussion?“

„Ah jo.“

Tipp, tipp, tipp.

„Ich find Sie nicht.“

„Dann gehe ich davon aus, dass sie sich vertippt haben. Löschens die Felder und gebens alles nochmal ein.“

Beide Weiber starren mich an. Die Ältere blickt der Jüngeren über die Schulter.

„Die Frau hat Recht. Du hast sie 10 Jahre jünger gemacht.“

„Ahso. Hihihi.“

„xxxstraße? San des Sie?“

„Davon gehe ich aus.“ (Manchmal glaub ich echt die Ämter in Passau gehören alle der Versteckten Kamera.)

„Und wozu brauchen Sie jetzt eine Meldebescheinigung?“

Ab dieser Stelle war ich mir zu hundert Prozent sicher, dass man mir hier geistig nicht folgen kann und ich drehte richtig auf:

„Erstens möchte ich eine Bestätigung darüber, dass meine Tochter hier gemeldet ist, nicht dass das hier verschludert wurde, was man sich ja ganz gut vorstellen kann, wenn man hier als Partei erscheint. Und zweitens benötigt meine Tochter diese um einen Reisepass beantragen zu können – in Österreich.“

„Das Konsulat braucht das nicht.“

„Bitte überschreiten Sie nicht Ihre Kompetenzen, Sie tun sich ja mit Ihrem eigenen Aufgabenbereich schon schwer genug und stellen Sie mir EINFACH DIE MELDEBESCHEINIGUNG aus!“

Die Ältere murmelt zur Jüngeren:

„Eigentlich kostet sowas 5 Euro. Es scheint die Dame hat noch keine. Die Erstausstellung ist gratis.“

„Was soll ich draufschreiben?“

„Was meinens jetzt damit?“

„Na für wen?“

„Für meine Tochter?!? Es tut mir Leid. aber ich kann ihrer Frage gerade nicht folgen.“

„Für wen brauchens die?“

„Hab ich schon erklärt. Der Einfachheit halber schreibens bitte: Zur Vorlage bei den österreichischen Behörden.“

Als ich endlich wieder Tageslicht erblicken durfte, war ich mir nicht mehr sicher ob es sich um eine Einschulung, einen Probetag oder ein Amtsenthebungsverfahren gehandelt hatte und ob für die ältere oder die jüngere.

Ich bin jetzt auch schon schwer am Überlegen ob ich zu meiner Hochzeit in zwei Wochen nicht mit Gopro am Kopf auftauchen sollte um das alles mehr oder weniger heimlich mitzufilmen (ich gehe nämlich davon aus, dass die hier die cam für einen extravaganten Kopfschmuck halten würden). Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass die Eheschließung ohne Diskussion und ohne Fehler ablaufen wird und dabei denke ich gar nicht so sehr an meine Familie.

Schlaft, Eltern, schlaft…

Sechs Wochen sind wir jetzt schon Mama und Papa. Alles ist anders. Alles ist schöner. Alles fühlt sich näher an.

Besonders der Schlaf. Ich wußte schon, dass Morpheus seine Arme für mich nur noch zitzerlweise ausbreiten wird. Aber ich habe nicht damit gerechnet, dass ich es mir selbst so schwer machen würde!

Ich dachte, ich werde nicht nur tagsüber sondern auch in der Nacht eine entspannte Erstlingsmutter sein… LOL.

Da man ab dem Zeitpunkt der Geburt permanent ungefragt mit dem SIDS konfrontiert wird, stieg da von ganz alleine eine ungesunde Panik in mir auf. Herrgott, ich wußte schon (immer), dass ein Baby keinen Polster braucht, am Rücken liegen und in einen Schlafsack gesteckt werden soll, damit man sich am Kind möglichst lange erfreuen kann. Aber die meisten „(pseudo)professionellen Kinderbeschützer“ fühlen sich durch ein „weiß ich alles“ noch mehr angestachelt es bis ins kleinste Detail bei jeder Gelegenheit zu wiederholen. Das führte bei mir zu folgendem Verhalten: bei jedem Grunzer meiner Erstpressung bin ich hellwach. Und mein Baby grunzt viel. Also eigentlich ständig, wenn ich sie ablege. Besonders wild ist es, wenn es tagsüber viele neue Eindrücke gab. Wir wissen mittlerweile, dass das normal ist und uns wurde geraten „bloß nicht darauf zu reagieren, sonst bleibt das so“ und wenn es uns zu sehr nervt sollen wir „das Kind in einen anderen Raum bringen“. Das hat die mittelalterliche Kinderärztin gemeint. Hat wahrscheinlich bei Mengele studiert. Wie herzlos ist das bitte?! Ich bin eine Kämpferin für kindgerechtes Aufwachsen ohne herzlose Herumerzieherei. Ich gehe davon aus, dass entweder das entwicklungsbedingte Grunzen aufhören wird oder ich mich daran gewöhnen werde.

Ursprünglich hatten wir uns überlegt das große Gitterbett an die unserem Bett gegenüberliegende Wand zustellen. Diese Idee wurde allerdings schon im Spital als nicht umsetzbar verworfen, da wir beide die Kleine doch gerne in Reichweite haben wollten. Also haben wir ihr Bett ans Fußende des unsrigen geschoben und beschlossen verkehrt herum zu schlafen. Das haben wir cirka drei Wochen durchgezogen, bis ich bekannt gab, dass mir das „Aufwachen-Brille suchen- Aufsetzen-Umdrehen-Schauen-Für nix“ extrem zu mühsam ist und mindestens zehn Minuten Schlaf raubt pro event.

Seither liegt die Grunzerin auf meiner Bettseite, ich liege dort wo größere Doppelbetten eine Besucherritze haben und der Papa liegt auf einem Matratzenrest von „damals in der Armee hatte ich mehr Platz im Feldbett“-Größe die je nach Nacht zwischen 15 und 50 Zentimetern Breite schwankt. Ich habe dem Papa schon mitgeteilt, wenn er mein Stillkissen nicht zwischen die Beine klemmen würde, hätte er mehr Platz. Daraufhin meinte er, ich könne ihm „Würde und Schlafplatz stehlen, aber nicht „sein“ Stillkissen“ und „es sei faszinierend, dass in Länge 56 Zentimeter Mensch eine Bettbreite von 100 Zentimetern benötigt.“ Es ist auf Grund seines (des Papas) unruhigen Schlafes leider keine Option das Kind in die Mitte zu legen, also benötigt es als Pufferzone zum Bettrand eben mehr Platz.

Wir sind alle Optionen durch, haben unser Bett mehrfach verschoben. Es hilft alles nichts. Bis wir uns daran gewöhnt haben, dass unserem Kind auch dann nichts passiert wenn wir unsere Augen geschlossen haben, benötigen wir ein kleines Beistellbett. Das habe ich gestern bestellt. Wir hoffen es kommt noch vor dem Wochenende an. Wir würden nämlich gerne mal Beischlaf als Eltern praktizieren oder einfach nur mal vier bis fünf Stunden Schlaf am Stück vor der nächsten Milchmahlzeit, das wäre auch schon was.

Zahl der Woche: 4850

„Stillen Sie?“ fragte die Arzthelferin als ich mein nacktes Baby zur Waage brachte.

„Natürlich!“ antwortete ich und wuchtete M. auf die Waagschale.

„Na das ist ja mal ganz schön ordentlich“ meinte die Oma aus dem Off, die diese Woche zu Besuch da war.

„Urleiwand,“ sagte ich und grinste wie ein Hutschpferd.

Meine Tochter wiegt 4850g und ist 1 Monat alt. Sie hat die Hälfte des Geburtsgewicht zugenommen.

Der Opa meint, wenn sie weiter so zulegt wiegt sie in 2 Jahren 46 Kilo.

Der Papa nennt sie nur noch „mein dickes Mädchen“.

Und ich bin einfach nur glücklich, dass das mit dem Stillen so gut klappt und sie jeden Tag ein bisschen mehr wie ein Michelin-Männchen aussieht. Das wächst sich ja aus. 😊

10 Dinge, die ich bei Schwangerschaft 2.0 anders machen werde

Jetzt ist meine Erstpressung gerade mal drei Wochen alt und ich denke schon über wieder schwanger werden nach. Ha! Das tat ich schon im Kreißsaal! Als die PDA endlich wirkte (ich erzähl die Horrorstory dazu nicht) musste ich dem zweiten Anästhesisten (der erste gab auf) versprechen im nächsten Jahr wieder zu kommen, damit er mir zeigen kann, dass man auch ohne Qualen schmerzfrei werden kann. Außerdem werde ich ja auch nicht jünger.

Seither sehe ich überall optimierungsbedarf:

1. Ich werde die SS 2.0 mehr genießen. Bei dieser hatte ich viel zu viel Angst vor allem und war so extrem unsicher.

2. Ich werde einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen. Der Crash-Kurs „meiner“ Hebamme zwischen den Wehen war super und a la minute aber nun interessiert es mich doch ein bisschen mehr.

3. Ich werde tatsächlich vorkochen fürs Wochenbett 2.0. In den letzten drei Wochen war der Papa schon sehr häufig beim Fastfood-Restaurant und auch jeder Lieferdienst kennt uns hier mittlerweile. Das geht ins Geld.

4. Die Tasche fürs Krankenhaus wird ein Täschchen: ein paar Nachthemden, warme Socken, Shampoo, Duschgel, Zahnpasta, -bürste, Ladekabel, Flipflops, Schokolade. Ende. Mehr habe ich nicht benötigt.

5. Ich werde im Wochenbett tatsächlich nichts anderes machen als im Bett bleiben. In der ersten Woche musste ich so viele Ämter heimsuchen und Besorgungen machen, das hat mich – obwohl top vorbereitet – ziemlich geschlaucht und war auch körperlich nicht gut (Blutung stoppte, starke Schmerzen, Fieber > zurück ins Krankenhaus). Jetzt liege ich tatsächlich nur herum, kuschel und kümmere mich ums Küken und mich und es geht allen besser.

6. Ich werde darauf bestehen, dass der Papa zumindest eine Woche frei hat. Sofort alleine zu sein ist wirklich eine Herausforderung.

7. Keine Besuche in den ersten drei Wochen. Ich habe mich über jeden Besuch sehr gefreut und sie auch genossen – aber rückblickend waren sie zu viel.

8. Ich werde mich mit squats vorbereiten. Ich habe total unterschätzt wie oft ich ohne freier Hand von Sitzgelegenheiten aufstehen muss. Das geht ganz schön in die Oberschenkel.

9. Ich werde von Anfang an daran denken, dass nur eine ausgeglichene Frau eine ausgeglichene Mutter sein kann. Die Betonung liegt auf Frau. Denn ich muss gestehen, ich vergesse noch immer hin und wieder, dass ich genauso wichtig bin wie mein Baby.

10. Wir werden von Anfang an Stoffwindeln verwenden. Diese Müllberge sind irre.

Zu guter Letzt ein Bonuspunkt: Sechs Wochen auf diverse wichtige Dinge verzichten zu müssen, über die man davor nicht nachdenkt, bringen mich zu der Überzeugung man kann während der Schwangerschaft nicht genug schwimmen, Vollbäder nehmen oder Sex haben. 😁

Gut, dass Sie anrufen, wir hätten da ein paar Fragen…

Als ob ich es geahnt hätte…

Ich hab irgendwo online gelesen, dass man nicht „einfach so“ aufs Standesamt fahren soll um die Geburtsurkunde abzuholen, sondern man sollte vorher anrufen und fragen ob sie fertig ist.

-„Ma, Frau Z., gut, dass Sie anrufen, wir hätten da ein paar Fragen… Wie sollen wir denn den Namen Ihrer Tochter schreiben? Wir haben da vom Spital drei verschiedene Varianten übermittelt bekommen: mit I, mit Y und einmal mit N hinten…“

-„Interessant..ich bin mir sicher, bei der richtigen Schreibweise unterschrieben zu haben….Mit N wärs ein Männername…mit Y in der Mitte bitte.“

-„Jo und dann soll des Kind nochn Vater heißen?“

-„Richtig.“

-„Dazu brauchen wir vom Vater die Einverständniserklärung. Dazu müsstens beide aufs Amt kommen, die dürfte man ihnen im Spital anscheinend ned geben haben.“

-„Leiwand!“

-„Ah jo. Und dann haben wir gestern no die Info bekommen, dass sie Österreicherin sind. Wir brauchen dann noch den Staatsbürgerschaftsnachweis und ihre Geburtsurkunde.“

-„Das hatte ich alles im Kreißsaal mit, da hat das niemanden interessiert.“

-„Komisch..dann bringens des halt mit wenns kommen.“

Mittlerweile weiß ich warum es niemanden interessiert hat. Meine Tochter wurde kurz vor Schichtwechsel geboren. „Meine“ Hebamme hat sich noch um die Versorgung des Kindes gekümmert und die Ärztin hat noch genäht – ging sich alles bis 6 Uhr aus. Die die danach Dienst hatte, hatte den undankbaren Job hinter uns sauber zu machen und sich um den Papierkram zu kümmern. Deshalb steht auch im Entlassungsgeschenk der falsche Name, die falsche Hebamme und die falsche Ärztin. Man hat mich geradeso nicht als kleinlich bezeichnet als ich am Tag der Entlassung darauf Bestand im Untersuchungsheft und in meinem Mutterpass die Staatsbürgerschaft von D auf A zu ändern – ich gehe davon aus, dass da dann auch dem Standesamt Bescheid gegeben wurde.

Natural Born Stiller

An dieser Stelle reicht ein kleines Update:

Meine Erstpressung hat am Freitag kurz vor 6 Uhr morgens nach 27h Wehen das Licht der Welt erblickt.

Das waren somit nur 30h später als der errechnete Termin. Ich bin stolz auf uns.

Ich bin mir sicher, in nächster Zeit fallen ein paar Schreibthemen an – ich sag nur Bürokratie. Allerdings wird sich erst zeigen wie tagesaktuell ich darüber berichten werde – meine Tochter kommt jetzt mal zu erst, denn ein Baby wird sie laut Statistik wohl nicht lange bleiben.

Wir sind alle gesund und munter (und deshalb dauermüde). Sie hat mit Geburtsschrei erst 2x geweint und stillen klappt seit dem ersten „Versuch“ in Lebensminute 30. 😁