Sachen packen leicht gemacht

Ich habe mich dazu entschlossen, die Sachen, die ich seit meinem Einzug in diese Wohnung vor vier Jahren nicht mehr angesehen habe und an denen keine Sentimentalität hängt, zu veräußern (verkaufen, verschenken) – um die geht es hier jetzt nicht, aber in einem kommenden Artikel mal. Jetzt geht es um die Dinge, die ich mitnehme und zwar genau um jene, die bis jetzt in Schränken waren.

Da ich so nachhaltig wie möglich umziehen möchte und ja kein Auto habe um aus ganz Wien gratis-Schachteln einzusammeln, die ich danach erst wieder entsorgen muss, habe ich mich mal umgesehen, was ich denn schon alles an Verpackungsmaterial habe, von dem ich bis jetzt noch gar nicht wusste, dass man es dafür missbrauchen kann. Und war ich erstaunt wieviel jeder von uns davon besitzt, wenn man nur ein bisschen kreativ ist!

Ich beschloss keine einzige Schublade auseinanderzubauen – jede Lade ist eine Kiste! Und mit ein bisschen Stretch-Folie kann man sie auch verschließen und stoßfest machen. Darüber hinaus werde ich nicht einfach die Laden aus den Schränken rausziehen und sie einfach so verschiffen sondern jede Lade als leere Kiste betrachten und sie auch so behandeln. Momentan befindet sich in den meisten Krimskrams und Kleidung die ich getrennt, aber nicht ökonomisch verwahre. Also kann ich da viel Platz machen für anderes Umzugsgut.

Ich besitze eine Menge leerer Stoff-Einkaufstaschen, 1 blaues Möbelhaussackerl und 2 richtig feste Einkaufstüten (!) aus Planenmaterial aus Germany, 1 Isoliertasche sowie 2 Sporttaschen und eine Reisetasche Größe Kindersarg. Somit lautet eine meiner Packregeln: „Es wird keine leere Tasche transportiert.“
In den Tüten sind schon meine Kochbücher, in den Kindersarg kommt der andere Lesestoff und in der Isoliertasche befindet sich mein wertvollstes Porzellan aus den 1950er Jahren.

Ich habe 2 Regale die auch eingeräumt leicht tragbar sind und kaum Platz einnehmen – meine CD-Regale. Die werde ich mit Stretch-Folie umwickeln und schon sind sie transportsicher.

Ich besitze 3 ehemalige Orangen-Kübel aus einem Supermarkt und einen Putzkübel – die haben die perfekte Größe für den Transport von Geschirr und Gläsern – stoßsicher mache ich sie mit Geschirrtüchern.

Das Innenleben einer Spielekonsolen-Verpackung verwende ich schon seit ich hier eingezogen bin als Besteckfach, so wird es auch noch den Umzug überleben, bevor es endlich entsorgt wird.

Und dann habe ich nun doch noch 5 neue Kartonkisten in einem Baumarkt erworden. Und das aus gutem Grund: In Zukunft werden wir ein (hoffentlich trocken-bleibendes) Kellerabteil haben und ich möchte Dinge die sentimentalen Wert für mich haben, aber nicht unbedingt täglich um mich sein müssen dort aufbewahren. Dafür habe ich jetzt schon 2 Kisten in Verwendung.

Kellerkiste 1: Bücher

Ich habe aus meinen Bücherregalen die rausgezogen, die ich nicht mehr sehen aber trotzdem behalten möchte und habe eine Liste der Titel plus Autoren angelegt, damit ich sie später wieder finde. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Bücher, die ich gekauft habe als ich mit Kindern gearbeitet habe und wieder benötigen werde, sollten wir uns für eigene entscheiden – also ab damit in den Keller.

Kellerkiste 2: Schatzkiste

Genau für solche Kisten sollte man sich Zeit nehmen und nicht in der letzten Woche im Stress packen! Meine Memorabilia-Kiste! Hier drinnen sind: Tagebücher, Kalender, Fotos von diversen Epochen. Ich dachte ursprünglich die Kiste sei groß genug für alles, jetzt ist sie luftdicht gepackt… Dafür habe ich einen gesamten Abend benötigt – hauptsächlich weil ich angefangen habe in meinen Jugendexzessen zu schmökern und mich nicht mehr eingekriegt habe – zusätzlich musste ich auch noch ein paar Personen die darin vorkommen googlen und habe mich königlich amüsiert. Es wurde Nacht und ich ging im Endeffekt hungrig ins Bett – aber das war es definitiv wert!

Mal sehen, was noch in die anderen Kisten kommt – eventuell werden sie ja doch ganz normale Umzugskartons.

Ich finde es extrem wichtig, Kisten und Behältnisse richtig zu beschriften. Dazu zählen für mich: Inhalt – so genau wie möglich, Gewicht („schwer“ oder „leicht“ reichen für meine Zwecke aus, denn es geht darum wer die Dinge tragen wird und wo sie im Transporter eingeladen werden – schwere Dinge müssen nahe an die Fahrerkabine ran um bei einem Bremsmanöver den Schub nicht massiv werden zu lassen), neuer Standort und Angaben zur Verladung und Lagerung (z.B. „nicht kippen“, „nicht einklemmen“, „nicht am Boden“, „nichts draufstellen“, „diese Seite nach oben“).

Bisher sehe ich folgende Dinge als extrem nützlich an:

– schwarzer Filzstift

– Kreppband (zum Beschriften)

– Klebeband

– Teppichcutter

– Zahnstocher (um das Klebebandende zu markieren)

– Stretch-Folie (aus dem Baumarkt, 200m um knapp 10€ – Frischhaltefolie geht natürlich auch, ist aber deutlich teurer und nicht so reißfest)

10 Basic-Tips zum Auswandern innerhalb der EU

Das EU-Recht macht es einem ja ganz einfach: melde dich ab wo du herkommst und melde dich an wo du wohnen willst. Hahahahahaha. Wenn es damit bloß getan wäre!

Hier sind zehn Ratschläge um nicht in einer Auswanderer-Show im Trash-TV landen zu müssen:

  1. Wandere in kein Land aus, das du nicht kennst – ziehe nicht nach Frankreich, nur weil du den Film „Chocolat“ oder „Die wunderbare Welt der Amelie“ gesehen hast.
  2. Lerne das Land, die Leute, die Gegebenheiten und vor allem die Sprache (!) zuerst kennen. Mache einen längeren Urlaub dort und schlafe nicht in einem Hotel, in dem alles standardisiert ist, sondern miete eine Wohnung über eine Flatsharing-Plattform. Gehe einkaufen, bewege dich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fort, koche selbst, halte deine Augen offen für jeden kleinen Unterschied zu deinem bisherigen Leben und prüfe eingehend ob du damit langfristig leben kannst, gehe auf ein Einwohneramt oder zum Jobcenter und informiere dich über die Chancen und Zukunft in dieser Stadt. Spaziere zu verschiedenen Tageszeiten durch den Ort deiner Begierde und finde heraus wie sicher und dunkel es ist (dieser Punkt mag banal klingen, du solltest ihn aber nicht außer Acht lassen).
  3. Informiere dich über deine Jobchancen. Wie sieht die Bewerbungsetiquette aus? Kannst du etwas das gesucht wird (Stichwort: Fachkräftemangel) und hast du eine Ausbildung die anerkannt wird? Müssen Ausbildungsnachweise übersetzt und beglaubigt werden?
  4. Informiere dich über den Wohnungsmarkt – und vor allem weiß wo du hinziehen willst (glaube mir, in jedem Land und jeder Stadt gibt es Ecken, in denen willst du einfach nicht wohnen).
  5. Ziehst du mit Kindern um, informiere dich über das Bildungs- und Betreuungssystem. 
  6. Jeder der mit dir mitkommt muss die Sprache beherrschen! 
  7. Habe ein finanzielles Polster oder den Mut jeden Job anzunehmen, den du bekommen kannst, auch wenn er „unter deiner Würde“ ist. 
  8. Folge den Spielregeln: Sprich die Sprache. – Finde einen Job. – Kündige. – Finde eine Wohnung. Die Wohnungssuche habe ich bewusst an die letzte Stelle gerückt, da du, wenn du einen Job hast, dir im Notfall auch eine Zeit in einer temporären Unterkunft leisten kannst.
  9. Bringe deine Dokumente auf den aktuellsten Stand. Das nächste Konsulat oder die nächste Botschaft könnten von deinem neuen Wohnort sehr weit weg sein.
  10. Plane deinen Umzug. Kannst du dein gesamtes Hab und Gut sofort umsiedeln? Was muss zwischengelagert werden und wo? Können Freunde mit Platz aushelfen? Willst du ein Umzugsunternehmen beauftragen oder ohne fremder Hilfe umziehen? Gibt es Dinge, die du verkaufen oder verschenken willst? Solltest du vor dem Umzug noch ausmisten? Fange früh genug damit an!

Was ich heute gelernt habe

Heute habe ich mich auf die Suche nach einem Transporter gemacht, weil wir ja meinen Umzug selbst ausführen.
Das Naheliegendste für mich war, hier in Wien ein Auto anzumieten und es in Passau zu retournieren. Teil meines Jobs ist es, für Kunden Mietwägen zu reservieren und da namhafte internationale Unternehmen unsere Partner sind, haben auch wir Mitarbeiter dort spezielle Konditionen. Also rief ich bei einem an und erkundigte mich nach dem Preis für 3 Tage mit der Abgabe in Passau (was ja jetzt nicht unbedingt Buxtehude ist, von der Entfernung zur österreichischen Grenze her meine ich). Ich fiel aus sämtlichen Wolken als ich den Betrag hörte, den ich dafür löhnen müsste – „über 1100€ für 450 Freikilometer! Na Prack!“ rief ich. Ein Kollege kommentierte mit „Das ist kein Bemmerl.“ „Danke für das Angebot, aber ich denke ich finde eine kostengünstigere Variante,“ sagte ich zu der Dame am Telefon und dachte „challenge accepted.“ Und dann fiel mir ein, warum sollte ich in Österreich überhaupt nach einem Mietwagen schauen, wo hier ja überhaupt immer die Preise gesalzen sind, ich kann ja genauso gut auch in Passau nach einem suchen. Also googelte ich das Mietwagen-Unternehmen mit dem roten Punkt im Logo, bei dem ich schon einige Male für Wochenendausflüge und für unseren Trip quer durch Deutschland zur syrischen family ein Fahrzeug angemietet habe und mit dem ich immer sehr zufrieden war – super freundliche Mitarbeiter ,die sich sichtbar wohlfühlen (da hätte ich mich beworben, wenn ich keine Zusage von einem anderen Unternehmen bekommen hätte) und eine annehmbare Fahrzeugflotte. Zack! Ich fiel fast wieder vom Stuhl – aber diesmal vor Begeisterung! „320€ drei Tage inklusive Vollkasko UND 900km!“ rief ich meinem Kollegen zu. „Bist narrisch! Was für ein Unterschied! Schlag zu!“ Moment, dachte ich, was wenn der Haken an der Geschichte der ist, dass ich damit nicht nach Österreich fahren kann? Also flugs bei der Autovermietung angerufen und nachgefragt – kein Problem. Also habe ich da angemietet – das Fahrzeug aus Deutschland wird übrigens größer sein, als das in Österreich angebotene.

Tipp des Tages: Sei mit deiner Umzugsmethode nicht festgefahren in deinem Ursprungsland. Eventuell gibt es das bessere Angebot an deinem Zielort. Vorrausgesetzt, dass das Ganze mit dem Ticket um das Fahrzeug abzuholen nicht teurer wird als das Heimatangebot.