Schlaft, Eltern, schlaft…

Sechs Wochen sind wir jetzt schon Mama und Papa. Alles ist anders. Alles ist schöner. Alles fühlt sich näher an.

Besonders der Schlaf. Ich wußte schon, dass Morpheus seine Arme für mich nur noch zitzerlweise ausbreiten wird. Aber ich habe nicht damit gerechnet, dass ich es mir selbst so schwer machen würde!

Ich dachte, ich werde nicht nur tagsüber sondern auch in der Nacht eine entspannte Erstlingsmutter sein… LOL.

Da man ab dem Zeitpunkt der Geburt permanent ungefragt mit dem SIDS konfrontiert wird, stieg da von ganz alleine eine ungesunde Panik in mir auf. Herrgott, ich wußte schon (immer), dass ein Baby keinen Polster braucht, am Rücken liegen und in einen Schlafsack gesteckt werden soll, damit man sich am Kind möglichst lange erfreuen kann. Aber die meisten „(pseudo)professionellen Kinderbeschützer“ fühlen sich durch ein „weiß ich alles“ noch mehr angestachelt es bis ins kleinste Detail bei jeder Gelegenheit zu wiederholen. Das führte bei mir zu folgendem Verhalten: bei jedem Grunzer meiner Erstpressung bin ich hellwach. Und mein Baby grunzt viel. Also eigentlich ständig, wenn ich sie ablege. Besonders wild ist es, wenn es tagsüber viele neue Eindrücke gab. Wir wissen mittlerweile, dass das normal ist und uns wurde geraten „bloß nicht darauf zu reagieren, sonst bleibt das so“ und wenn es uns zu sehr nervt sollen wir „das Kind in einen anderen Raum bringen“. Das hat die mittelalterliche Kinderärztin gemeint. Hat wahrscheinlich bei Mengele studiert. Wie herzlos ist das bitte?! Ich bin eine Kämpferin für kindgerechtes Aufwachsen ohne herzlose Herumerzieherei. Ich gehe davon aus, dass entweder das entwicklungsbedingte Grunzen aufhören wird oder ich mich daran gewöhnen werde.

Ursprünglich hatten wir uns überlegt das große Gitterbett an die unserem Bett gegenüberliegende Wand zustellen. Diese Idee wurde allerdings schon im Spital als nicht umsetzbar verworfen, da wir beide die Kleine doch gerne in Reichweite haben wollten. Also haben wir ihr Bett ans Fußende des unsrigen geschoben und beschlossen verkehrt herum zu schlafen. Das haben wir cirka drei Wochen durchgezogen, bis ich bekannt gab, dass mir das „Aufwachen-Brille suchen- Aufsetzen-Umdrehen-Schauen-Für nix“ extrem zu mühsam ist und mindestens zehn Minuten Schlaf raubt pro event.

Seither liegt die Grunzerin auf meiner Bettseite, ich liege dort wo größere Doppelbetten eine Besucherritze haben und der Papa liegt auf einem Matratzenrest von „damals in der Armee hatte ich mehr Platz im Feldbett“-Größe die je nach Nacht zwischen 15 und 50 Zentimetern Breite schwankt. Ich habe dem Papa schon mitgeteilt, wenn er mein Stillkissen nicht zwischen die Beine klemmen würde, hätte er mehr Platz. Daraufhin meinte er, ich könne ihm „Würde und Schlafplatz stehlen, aber nicht „sein“ Stillkissen“ und „es sei faszinierend, dass in Länge 56 Zentimeter Mensch eine Bettbreite von 100 Zentimetern benötigt.“ Es ist auf Grund seines (des Papas) unruhigen Schlafes leider keine Option das Kind in die Mitte zu legen, also benötigt es als Pufferzone zum Bettrand eben mehr Platz.

Wir sind alle Optionen durch, haben unser Bett mehrfach verschoben. Es hilft alles nichts. Bis wir uns daran gewöhnt haben, dass unserem Kind auch dann nichts passiert wenn wir unsere Augen geschlossen haben, benötigen wir ein kleines Beistellbett. Das habe ich gestern bestellt. Wir hoffen es kommt noch vor dem Wochenende an. Wir würden nämlich gerne mal Beischlaf als Eltern praktizieren oder einfach nur mal vier bis fünf Stunden Schlaf am Stück vor der nächsten Milchmahlzeit, das wäre auch schon was.