Wie meine Mutter Weihnachten rettete

Erstes Weihnachten mit Nachwuchs. Was kann es schöneres geben?

Auch wenn ich im Artikel davor Weihnachten als Konsumfest bezeichnet habe, ich hätt mich doch über ein Geschenk vom Göttergatten gefreut.

Er bekam ein Tablet und ein Handy. Ersteres gab ich ihm schon Wochen davor – man soll geben, wenn der Moment der richtige ist. Letzteres war ein Spontankauf am 24. weil er sich tagsdavor wieder einmal über sein Uraltteil, das schon kaputt war als wir uns kennenlernten, aufregte. Ich muss sagen, Elektronikmärkte sind am Heiligen Abend gut von Männern besucht, die aber nix kaufen, weil ich an den drei geöffneten Kassen trotz überfülltem Parkplatz (ich kam nonaned zu Fuß) die einzige war. Wäre es kein Elektronikmarkt gewesen, hätten sich die Kassierer um mich geprügelt.

Am 23. hab ich den Göttergatten so spaßhalber gefragt, ob er denn ein Geschenk für mich hätte. Nein, war die Antwort. Es kam ihm keine Idee. „Na wie wäre es mit dem Lego 007-Edition Aston Martin DB5, von dem ich seit Mai rede?“ „Aaaah, ja…das wäre was gewesen! Bestell ihn und du hast ihn zu Silvester. Du hast ja meine Bankkarte.“ „Ahahahahahahaha! Du bist lustig!“ „Nein, ich meine es ernst.“

Ich dachte er scherzt.

24.12. abends – Quatsch, es war Nachmittag, wir hatten Hunger und Bescherung gabs bei mir immer vor dem Essen. Ich übergebe das hübsch verpackte Mobiltelefon. Er freut sich. Ich warte. Ich warte. Ich warte. „Wo ist mein Geschenk?“ „Ich bin Moslem. Wir feiern kein Weihnachten,“ sagt er SIM-Karten umsteckend und sich freuend. „Ist das dein Ernst?“ „Ich hab dir gesten gesagt, bestell ihn.“ „Okay, gut genug gescherzt. Wo ist mein Geschenk?“ „Ich habe keines.“ „Hahahahaha! Na gut, ich pack mal das von meiner Mama aus.“ „Du bekommst von mir wirklich nichts.“ „Hahahaha! Na klar.“

So hat meine Mutter Weihnachten gerettet. Von IHR bekam ich mein heißersehntes Lego-Auto – vom Göttergatten gab es dann die 34h die ich benötigte um das Fahrzeug fertig zu bauen 😁.

Fragen an gemischtkulturelle Familien

Was die Menschen in unserem Umfeld am meisten bewegt:

1. In welcher Sprache spricht ihr mit dem Kind?

2. Welche Religion hat das Kind?

3. Und habt ihr euch überlegt wie ihr das mit Weihnachten machen wollt?

Zu 1:

Ich spreche mit dem Küken Österreichisch. Der Göttergatte spricht Arabisch und gemeinsam sprechen wir Englisch.

Das klassische Gespräch darum geht so oder so ähnlich:“Ja aber du sprichst ja kein Arabisch!“ „Und?“ „Na ich finde das nicht gut, dass der Göttergatte Arabisch mit dem Kind spricht!“ Da fang ich dann immer an zu lachen. „Ich denke nicht, dass mein Kind vom Vater radikalisiert werden würde.“ „Weisst das? Du verstehst es ja nicht!“ „Ich verstehe Arabisch sinnerfassend und immer besser.“ „Das reicht doch nicht! Es geht um die Nuancen!“ Da hört das Lachen auf und ich zische ein „Nazi“.

Schöner fand ich das Gespräch mit dem Glaser, der beim Terrassentürbegutachten natürlich auch den Sprachwirrwarr mitbekommen hat: „Und wos sprichts es do ois?“ „Englisch, Arabisch, Österreichisch.“ „Des is scho vü. Des oame Kind! Des wiad amoi Probleme hom do!“ „Wieso denken sie das?“ „Na, Englisch is wichtig, an de Araba hom ma uns a scho gwehnt. Owa Österreichisch? Des wiad ewig ghanselt wern!“

Zu 2:

Unser Kind kann die Religion annehmen die es möchte. Muslima, Katholikin, Buddhistin, Jüdin, Atheistin, Heidin…. scheißegal. Wir möchten ihr alle Religionen erklären. Für uns am wichtigsten ist, dass sie an etwas glaubt – und auch wenn es „nix“ ist – aber sich auf jeden Fall an das hält was alle Religionen verbindet auch wenn sich keine Religion darin rühmt und das sind in christlichem Sprech „die 10 Gebote“.

„Ja aber du bist doch katholisch!“ „Ich bin aus der Kirche länger ausgetreten als ich dabei war!“ „Das ändert deinen Glauben ja nicht!“ „Laut Islam wird die Religion über den Vater vererbt. Somit wäre sie Muslima.“ „Aber du bist hier nicht in einem muslimischen Land!“ „Ich bin hier auch nicht in einem katholischen Land.“

Lustig finde ich, dass ich die Diskussionen mit den Menschen führe die seit Jahrzehnten keine vollständige Messe besucht haben, abgesehen von der „sehen und gesehen werden“ Christmette.

Zu 3:

Wir haben uns gar nix überlegt. Weihnachten ist ein Konsumfest. Das einzige was ich mir überlegt habe – und das eher spontan – war die Sache mit den großelterlichen Weihnachtsgeschenken an unser Kind. Ich möchte nämlich, dass sie zu diesem Anlass langlebige Wertgeschenke (Edelmetall) erhält, mit denen sie etwas anfangen kann wenn sie Erwachsen ist. Das stieß tatsächlich auf großelterliche Gegenliebe.

Weihnachten empfand ich immer extrem stressig. Als Kind und Jugendliche und als Erwachsene. Als Kind hatte ich wegen meiner Feuerphobie panische Angst vor Weihnachten mit den Kerzen und Sternspritzern am trockenen Baum – da half auch die Abhärtung mit dem Adventkranz in den Wochen davor nichts. Es gibt kein Homevideo in dem ich nicht heulend vorm Baum stehe. Als Jugendliche fand ich dieses Herumgerenne und -gefahre zu allen Verwandten fürchterlich und ganz besonders, dass wir ab dem 26. in den Schikurs gesteckt wurden und so gar keine Zeit hatten in den Weihnachtsferien unsere Geschenke zu spielen. Als Erwachsene und damit Scheidungskind (ich war 20 als die Eltern sich trennten) wurde Weihnachten dann richtig nervig. So nervig, dass ich das Fest dann irgendwann mit Extraschicht in der Arbeit umging. Und in der Arbeit war Weihnachten immer am entspanntesten: es gab Brötchen und Alkohol und jeder erzählte die Horrorweihnachtshighlights aus der eigenen Biographie und auch die Anrufer waren netter und weniger als sonst.

Letztes Jahr überraschte mich der damals noch nicht Göttergatte mit dem Wunsch Weihnachten „so richtig“ zu feiern: mit Baum, traditionellem Weihnachtsessen, selbstgemachter Weihnachtsbäckerei und Geschenken.

Dieses Jahr haben wir uns dazu entschieden, dass kein Baum für uns sterben muss und kauften einen Stahlbaum im Bauhausstil den ich mit Kugeln und Lichterkette schmückte.

Mein Lieblingsmoslem, der letztes Jahr erstmals Weihnachten feierte, meinte, es fehle das weihnachtliche.

Wir werden einfach herumprobieren bis wir unser Weihnachten gefunden haben – oder bis wir es wieder absagen.

Ich wünsche meinen LeserInnen ein ruhiges Fest und ein bisschen Verschnaufpause!

Die Rettung des Familiensilbers

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

Für die meisten ist es das wichtigste, die Fläche auf der man wohnt zu besitzen. Der Traum vom Eigenheim auf eigenem Grundstück. Für andere – ich würde mal sagen für die Minderheit – meinen Vater zum Beispiel, ist es das Wichtigste dieses Besitztum loszuwerden. Nicht, dass es mein Vater notwendig hätte, sein Haus zu verkaufen. Ganz im Gegenteil. Er könnte, wenn er denn wollen würde, aus dem tatsächlich Jahrhunderte alten Familiensitz ein Schmuckkästchen machen. Wenn da nicht der Aufwand wäre! Man müsste ja – und das ist für gestresste Pensionisten ja das allerschlimmste – über Wochen eine Baustelle bewachen! Nicht, dass da jemand was fladert! Nein. Das will mein Vater nicht. Die Kinder haben ja kein Interesse daran – so wurde gemutmaßt, weil die Tochter ja nach Deutschland zog und der Sohn mit seiner Familie im Nachbarort der Ansicht ist „was eigenes“ (Mietwohnung) haben zu wollen. Gut, meinen Bruder versteh ich manchmal, manchmal aber auch nicht. Ich habe aber immer gesagt, wenn das Haus nicht feucht bis in den ersten Stock und das Gemäuer isoliert wäre, könnte ich mir vorstellen irgendwann mal wieder dort zu wohnen. Das ist aber für meinen Vater ein zu großes Unterfangen und die Unsicherheit des „Irgendwann“ zu groß. Also liebäugelte er schon seitdem mein Großvater über 90-jährig seinen Körper der Anatomie gespendet hat, damit das Haus in bester Lage zu verkaufen. Dumm, wie nur eine Tochter sein kann, dachte ich, es wird sich wohl kein Depp finden, der dieses nasse Patchwork-Haus – weil über Generationen immer mal wieder angestückelt wurde – kaufen wird und habe mehrfach angeregt, es doch an eine caritative Organisation zu verpachten, damit da ein paar Flüchtlingsfamilien einziehen und es renovieren können.Ja, hahahahaha, sicher nicht! War die Antwort meines Vaters. Und so kommt es, dass nun ein Kebab-Dealer-Ausstatter türkischer Herkunft den Vorvertrag unterschrieben hat.

Mein Vater hat mir diese Nachricht am Sonntag folgendermaßen überbracht: „Schreib mir eine Liste was du aus dem Haus noch haben willst.“

Ja, wie soll man das machen, wenn man doch gar nicht weiß was für Schätze noch vorhanden sind? Der alte Herr wurde nämlich immer mal wieder von einer Wegschmeißwut übermannt, die ich, nachdem ich ausgezogen bin, nicht mehr so gut überwachen konnte wie zu den Zeiten als ich noch bei ihm wohnte. Wobei auch da manchmal Dinge ihren Weg zum Sperrmüll fanden wo mir beim Gedanken daran noch immer das Herz blutet. Zum Beispiel wurde mal ein handbemalter Bauernschrank aus dem 19. Jahrhundert vom Dachboden durch die Heuluke unsanft in den Hof befördert. „Den stellt sich ja keiner mehr auf!“ meinte mein Vater…

In unregelmäßigen Abständen fanden bei uns auch in alter Tradition kontrollierte Bücherverbrennungen statt. „Die brennen wie Zunder am Dachboden, würd der Blitz einschlagen.“ Wobei die Chance eines thunderstrikes bei uns relativ vernachlässigbar war, da das Haus direkt neben der Kirche steht. Ich stand neben der Scheibtruhe und fischte hektisch „das nicht! Und das auch nicht! Das ist eine Erstausgabe!“ rufend alles raus was ich ergreifen konnte und brachte die Bücher wieder auf den Heuboden.

Manche Sachen, die sich schlecht verbrennen ließen oder in denen sogar mein Vater einen Wert sah, wurden auf Flohmärkten verramscht. „Rudi, magst dir ned no die Dessertteller a mitnehmen?“ „Ja, die verkauf i dann beim nächsten Flohmarkt selber!“ „Hahahaha!“ Was haben wir gelacht. 🙄

Unter diesen Umständen konnte ich keine Liste anfertigen. Zum Glück hatte der Göttergatte diese Woche drei Tage frei. Also haben wir für Dienstag ein Auto gemietet und fuhren in die alte Heimat um zu retten was zu retten war. Insgesamt fünf Stunden Autofahrt für zwei Stunden vom Dachboden bis zum Keller mit geschulten Adleraugen alles einpacken was einen ideellen oder monetären Wert hat und dabei den Verramscher-Ton („Nimm dir doch die Kanne mit, das ist historisierender Jugendstil.“ „Die hast in den 80ern gekauft!“ „Na nimms doch!“ „Nein, Papa, bitte. Stell sie doch in deine Wohnung!“) von meinem Dad ausblendend. Nebenbei noch gestillt und gewickelt. Mein toller Ehemann beschäftigte sich mit dem Küken während ich in drei Wohnungen gleichzeitig war.

In der Wohnung meines Großvaters standen dann alle Gemälde die als Anzahlung für Schulden (die meisten von einem Künstler) in zwei Weltkriegen und dazwischen von der Fleischerei angenommen wurden.

„Das nehm ich.“

„Das ist aber kein Roth.“ (Das ist der fleischeslüstige arme Maler gewesen.)

„Ich weiß. Deshalb nehm ich es ja.“

„Du weißt, dass das wahrscheinlich das einzige hier sein könnte, das einen Wert hat.“

„Jo mei Papa, ich hab halt vom besten gelernt.“

Drei, zwo, eins – meins!

Mittlerweile bin ich auch in einem Alter angekommen wo Silber polieren nett sein könnte – also davon auch was mitgenommen. Außerdem sieht sich meine Tochter gerne „Bares für Rares“ an und kennt sich mittlerweile etwas mit Punzierungen aus. Kicher, kicher.

Dann eine Kiste mit Fotos von meinem Großvater. Die Kiste die am Nachttisch stand. Die hab ich heimlich eingesteckt, denn als wir im Mai dort waren, meinte mein Vater noch, sie ginge mich nix an – ja, weil da die einzigen Fotos der militärischen Laufbahn meines Großvaters drinnen sind! Ich frag mich immer noch ob er sich die vorm Einschlafen angesehen hat und über die „gute alte Zeit“ sinnierte bis ihm die Augen zugefallen sind….

Dann raus auf den Dachboden. Dort ein paar Stücke Kernseife eingesteckt – man kann ja keinen Van voller Seife fahren, sonst hätte ich alle mitgenommen. Um die tut’s mir am meisten leid. Ich habe noch eine Kiste Bücher überflogen und mir ein paar rausgezogen, deren Wert ich erst wieder zurück daheim in Passau erkannte.

Eines ist ein „Liederbüchlein für Volks- und Bürgerschulen“ von einer K.u.K. Buchdruckerei aus dem Jahre 1918, auf Seite eins das „Kaiserlied“. Moment! 1918? Kaiserlied? K.u.K.? Damn it! Das muss wohl im frühen Frühjahr gedruckt worden sein…und ist die letzte Auflage! 😍

Man kann sagen büchertechnisch habe ich mich mit „100 Jahre Republik Österreich inklusive Unterbrechung“ ausgestattet. Und damit hier keine falschen Ideen aufkommen, „sein Kampf“ ist nicht dabei.

Runter in den Keller. Den Fotokoffer geschnappt – Zenit ES Photo sniper FS3, fast vollständig, nur zwei Blenden fehlen. Schaut scharf aus damit zu knipsen, sieht nämlich eher nach schießen aus. Und das Tair 3-Phs Teleobjektiv ist ein Brüller.

Zwei Schmuddelhefte aus den 70ern mussten auch mit.

Danach noch schnell in meine alte Wohnung, zuletzt von meinem Vater als Atelier genutzt – er ist, oder so wie es jetzt scheint, war ein malender Metzgermeister. Dort habe ich mir ein Frühwerk, ein Wandelbild und einen Druck (den wollte ich schon länger) eingepackt.

Dann fing es an zu schiffen vom Feinsten. In den Wohnungen war es schweinwkalt und das Küken wurde etwas unrund. Außerdem wurde es sowieso schon etwas dunkel. Wir brachen meine Schatzsuche ab und sind wieder abgereist. Dieser Kurztrip war schon ganz schön anstrengend für uns.

Zuhause sind mir dann noch ein paar Dinge eingefallen, für die ich gerne mehr Zeit gehabt hätte um sie abzumontieren und mitzunehmen. Somit bekam nun mein Vater doch noch eine Liste und mein Bruder den Auftrag diese Sachen rauszuholen.

Der alte Herr schickte mir dann noch ein Foto von einer unvollständigen Ausgabe „Meyer’s Conversationslexicon“ von 1862. Bei dem Alter ist das dann schon egal.

Eigentlich hätte der Artikel schon letzten Donnerstag online gehen sollen….aber mit Baby komm ich ja zu gar nix.

Immerhin hängen die Bilder – bis auf das alte. Das ist dem Göttergatten zu spooky und zu düster. Ich nenne es „Bigamistischer Hirsch mit seinen Frauen am Teich um 21.30 Uhr am 12.Juli 1886.“ Alle Daten sind rein fiktiv – das Jahr stimmt. Das Dreiergespann könnte aber auch zu Mittag am Weiher stehen – je nach Verschmutzungsgrad des Bildes… und sollte dem so sein, dann würde der Gatte es doch aufhängen.

Ärzte in Passau

Heute muss ich mal wieder ein Thema anreißen, dass tatsächlich vom Leben in Passau handelt.

Gestern waren wir zur U5 plus erste Impfungen beim Kinderarzt. Und ich verließ diesen mit einem Trauma. Bei der U4 war die Ärztin im Schießstattweg schon – nun ja wie soll ich es am besten ausdrücken – im Umgang mit einem Neugeborenen etwas ruppig. Die Oma war damals schon schockiert und meinte sie würde ihr Enkelkind dort nicht mehr hinbringen, die Ärztin habe nicht alle Tassen im Schrank. Ich war damals etwas überfordert mit all den Eindrücken, Fragen und der Dreinrederei von der Oma, dass ich einfach nur froh war, als wir wieder draußen waren und habe mir dann erst später gedacht, dass so ein Säugling viel mehr aushält als ich annahm. Seit gestern allerdings gehe ich davon aus, dass der Ärztin ein Baby irgendwann mal was schreckliches angetan haben muss und sie sich nun an allen rächt. Mein Kind war guter Stimmung, ließ alles über sich ergehen, bis der Trampel an Ärztin sie in Bauchlage schmiss. Durch den Schock fing mein Baby an zu schreien wie am Spieß. „Na das müssen sie noch üben. Das klappt ja gar nicht,“ meinte die Ärztin. „Ich würd jetzt auch schreien,“ gab ich zur Antwort und nahm mein Kind hoch. Auf meinem Arm war es schnell wieder zufrieden, es war ja ansich gut gelaunt. Dann kamen die zwei Impfungen und wie zu erwarten schrie meine Tochter wieder wie am Spieß. „Ziehen sie IHN an und dann gehen sie zum dunklen Raum. Dort untersuche ich die Augen,“ sagte die Ärztin in schroffen Tonfall. Ich fragte nach Nebenwirkungen der Impfung, erst nach weiterem Nachfragen meinte sie, es könnte zu Fieber kommen. Auf die Frage, was ich dann machen soll, ich hatte seit über 30 Jahren kein Fieber und somit keine Erfahrungswerte, sagte sie „Sie werden schon intuitiv das richtige machen.“ !!!

Mein Kind und ich mussten dann zwanzig Minuten auf das Wiedererscheinen der Ärztin vor dem „dunklen Raum“ warten. Das Küken konnte ich nicht beruhigen. Wie auch, wenn es keine Möglichkeit gibt sich hinzusetzen und die sieben Sprechstundenhilfen im Vorraum sich die Ohren zuhalten und die Augen verdrehen. Ich fragte mich, was die Ärztin glaubt, wie lange eine Mutter braucht ihr Kind anzuziehen….Dann tauchte sie endlich auf und fragte:“Warum ist ER so unentspannt?“ Ich war etwas perplex. “ Sie haben SIE vor zwanzig Minuten geimpft! Deshalb ist sie unentspannt.“ „Ach ja.“

Danke. Es gibt noch zwei private Kinderärzte in Passau. Wenn davon einer liebevoll mit Kindern umgeht und Eltern berät, ist mir das alles Geld der Welt wert und wenn einer davon sich auch noch zumindest 20 Minuten das Geschlecht des Patienten merken kann, leg ich da auch noch zehn Euro drauf.

Soviel zum Kinderarzt.

Aber ich war ja auch noch bei anderen Ärzten in Passau.

Der erste Arzt, den ich benötigte als ich hier herzog, war – wie kann es anders sein- ein Gynäkologe zwecks Bestätigung der Schwangerschaft.

Letztes Jahr um diese Zeit suchte ich nach einem, der mir vor Weihnachten noch bestätigen konnte, dass der Drogerietest mich nicht anlog und das befruchtete Ei auch dort ist, wo es hingehörte, nachdem mein Gyn in Österreich meinte, schwanger werden würde meinem Körper schwer fallen. Ich hab nach dem Sterne-Rating auf Google alle Gyns angerufen und habe echt schlimme „vor Juni nächsten Jahres nehmen wir KEINE neuen Patienten“- Vorzimmerdrachen drangehabt, bis ich beim Zwei-Sterne-Rating am Niebelungenplatz ankam und schon am Telefon positiv überrascht wurde. Ich wurde danach gefragt wie alt ich sei und ob es die erste Schwangerschaft ist und bekam am Freitag vor Weihnachten einen Termin. Auch die Praxis gefiel mir und der Arzt – was soll ich sagen – mein Humor, nicht auf den Mund gefallen und ich bezeichne ihn gerne als väterlichen Arzt. In all den Monaten waren weder er noch die Arzthelferinnen je unfreundlich oder kurzangebunden und ich fühlte mich dort immer gut betreut, auch dann wenn ich wegen einem „Ziepen das mir komisch vorkommt“ dort aufgeschlagen bin.

Kurz vor der Geburt, ging er auf Urlaub und ich musste die letzten zwei Kontrollen bei wem anderen machen lassen. Und ich bekam diese Termine nur noch beim 1,5 Sterne-Arzt. Ich muss sagen, ich wurde von der Bewertungszusammenfassung „leicht versifft, Ärztin sieht ungepflegt aus, macht ihren Job aber gerne“ nicht enttäuscht.

An dem Tag an dem frühmorgendlich die Wehen einsetzten, wollte ich eigentlich einen HNO aufsuchen, da ich da schon drei Tage Megaohrenschmerzen hatte. Also musste ich im Spital auf den Konsilliararzt warten. Der kam gegen 19 Uhr, war etwas grumpy, gab mir einen Streifen ins Ohr hinein und meinte „alle zwei Stunden eintropfen, morgen Früh kommen sie wieder.“ Daraus wurde dann nichts, ich wurde im Kreißsaal verhindert. Also tagsdarauf zu ihm hin. Es war Samstag und er war besser gelaunt. Am Sonntag um 7 Uhr früh, war er wieder da und ich sagte zu ihm „Sie müssen ihren Job wirklich lieben.“ Das Eis war endgültig gebrochen, er gab mir seine Visitenkarte und meinte, sollte der Konsilliar am Montag nichts machen, soll ich am Dienstag zu ihm in die Praxis kommen. Das war dann auch so. Er ist der Arzt meiner Träume. Kompetent. Nett. Macht seinen Job wirklich gerne und hilft wo er nur kann.

Leider kamen zwei Wochen später die Schmerzen am anderen Ohr wieder. Leider genau zu Beginn seines dreiwöchigen Urlaubs. Somit konnte ich andere Ärzte testen.

Zuerst ging ich zum Allgemeinmediziner im selben Haus. Ich bin es aus Österreich gewohnt, dass die Hausärzte medizinisch fundierte Kenntnisse haben und eventuell sich die Sache mal anschauen bevor Antibiotika verschrieben werden. Egal, Dritte-Welt-Land Germany, zack sofort die Antibiotikakeule. Es wurde nicht besser, sondern Ohr 1 und Ohr 2 schmerzten. Also zu einem anderen HNO. Der steckte mir in jedes Ohr zuerst einen Streifen (die machen taub) und begann dann zu reden. Ich meinte „Es tut mir Leid, ich kann Sie nicht verstehen, könnten Sie mir das bitte aufschreiben?“ Ich sah ihn lachen und er klopfte mir auf den Arm. Drei Wochen hatte ich Schmerzen. Bis „mein“ HNO wieder kam. Der sah rein, putzte aus und sagte „sie produzieren momentan einfach zu viel Ohrenschmalz, das kann nach einer Geburt schon vorkommen. Wenn es wieder schmerzt, kommen sie einfach nochmals.“

Ich sag jetzt mal so: wäre in Wien jeder zweite Arzt scheiße, wäre das fürs Gesundheitssystem eine Katastrophe und es würde dort wieder die Pest grassieren. In fünf Jahren Wien, wechselte ich vom türkischen Hausarzt zur österreichischen Ärztin nur deshalb weil der türkische zu viel Chemie und zu wenig Hausverstand verschrieb (Krankenstand und Salbeitee mit Honig sind mir lieber als drei Tage Augmentin). Ausserdem behandelte die Österreicherin Flüchtlinge gratis und sorgte auch aus ihrer eigenen Tasche für Medikamente für diese. Und das wollte ich einfach unterstützen.

Ich habe die wichtigsten Ärzte (Hausarzt und Kinderarzt) gerne in einer Distanz von meiner Wohnung die zu Fuß bewältigbar wäre und mit dem Taxi mich nicht arm macht. Auf diesen Luxus werde ich jetzt zum Wohle unserer Gesundheit verzichten.

Eine Woche Plastikfrei…nein zwei

Nun sind wir schon eine Woche im Kampf gegen Plastik erfolgreich. Mittlerweile sind es sogar schon zwei Wochen – mit Baby kommt man zu gar nix 😅

Wir haben eine Woche/ zwei Wochen nur Dinge eingekauft, die nicht in Plastik verpackt waren. Und da zählen wir auch Glasflaschen mit Plastikverschluss dazu.

Es gibt nur ein in Plastikverbundstoff verpacktes Lebensmittel, auf das ich nicht verzichten kann: laktosefreie Milch in meinem Kaffee. Aber mit einer Packung komme ich doch eine Woche aus, somit finde ich das vertretbar.

Generell finde ich es gar nicht so schwer, wenn man ein paar Abstriche macht.

Anfänglich meinte der Göttergatte schon, dass er es ohne Fleisch nicht aushalten wird, er benötige sein tägliches Protein… mittlerweile ist er tatsächlich schon an dem Punkt angelangt wo er sich richtig wohl und voller Elan fühlt. Hab ich ja immer gesagt, dass dieses grausliche Fleisch aus dem Supermarkt mehr an der Energie zehrt als es zuführt.

Letzte Woche waren wir erstmals im Unverpackt-Laden in Passau. So teuer war es gar nicht. Ein bisschen doof kam ich mir schon vor mit meinen Plastikdosen…. aber ich schmeiß die nicht weg so lange sie noch ihren Zweck erfüllen, das wäre haram. Das nächste Mal kaufen wir dort auch unsere Zahnbürsten und auf die Zahnputztabletten bin ich auch schon sehr gespannt.

Ein Haus weiter waren wir endlich mal im Schokoladen-Shop. Und haben uns dort die Confisserie auch in eine unserer mitgebrachten Boxen füllen lassen 😁. Die Verkäuferin fand es etwas seltsam, aber nachdem wir es ihr erklärt haben, machte sie mit.

Was ich bei Plastikfrei-Leben oft vergesse ist, dass das nicht unverpackt heisst… wobei es hier fast ausschließlich Verpackungen mit Plastik gibt.

Heute habe ich doch ein Produkt mit Plastik in dee Verpackung kaufen müssen – ich brauchte eine Bandage für mein Handgelenk – mein Kind ist für meine „zarten“ Sehnen schon zu schwer. Der Göttergatte sah es und rief sofort „HARAM!!“

Und ich habe noch ein Ding gekauft, von dem ich ausging es sei komplett in Karton – die Weihnachtseispralinen beim Diskonter. Da war das Haram dann nicht mehr so laut – mit vollem Mund spricht sichs ja bekanntlich nicht so leicht 😉

In diesen zwei Wochen haben wir nur einen Müllsack vollbekommen – alles Verpackungen von Lebensmitteln die wir schon hatten.

Meine Mutter hat angefragt ob ich als Neo-Ehefrau und -Mutter auch schon fleissig Weihnachtsbäckerei backe. Ich musste schmunzeln…und plastik-frei einkaufen wurde erstmals als Ausrede benutzt.

Fasttag 3

Wie geht es und mit dem Fasten?

Erstaunlich gut, muss ich sagen.

Ich dachte eigentlich, dass das plastikfrei einkaufen im normalen Supermarkt schwerer sein würde. Es ist aber nur mehr Denkarbeit.

Wenn ich zu Hause überlege was gekocht werden soll, muss ich zuerst überlegen ob es die Zutaten überhaupt ohne Plastik zu kaufen gibt. Dann muss noch die richtige Anzahl an Stofftaschen mitgenommen werden und das war es dann auch schon. Brot landet im Wäschenetz (das an Waschtagen wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt wird). Obst und Gemüse wird passender Weise in der Werbestofftasche der (österreichischen) Grünen gekauft. Da ich die Transportbänder an der Supermarktkasse supergrindig finde, zahl ich die fünf Deka Sackerl gerne drauf.

Gestern gab es Kartoffel-Lauch-Gratin. Heute wird es Kürbissuppe geben.

Seltsame Blüten treibt allerdings der „wir müssen alles Plastik das wir besitzen loswerden“-Wahn vom Göttergatten:

Wir haben ja nicht schleichend unseren Plastikkonsum reduziert, sondern „von jetzt auf gleich“. Also gibt es in unserer Küche noch einige in Plastik eingepackte Lebensmittel. Ich dachte, wir können diese so aufbrauchen, wie wir sie benötigen. Der Göttergatte sieht das anders. Natürlich wäre wegschmeissen haram. Aber er möchte die Dinge SOFORT loswerden – also aufessen. Somit gab es heute trockenes Pitabrot mit Pecorino und einem Liter Wasser mit einer Menge Sirup für jeden als Jause – bei der stolz verkündet wurde, dass wir wieder vier leere Packungen entsorgen konnten. Wir haben in den letzten drei Tagen nur „alte“ Plastikpackungen entsorgt. Neuer Plastikmüll besteht momentan aus einer Banderole vom Saatgut-Adventskalender und dem doofen Sticker von einem Apfel. Beides ärgert mich schon sehr – weil es so unnötig ist.

Apropos unnötiger Müll: Wir haben schon überlegt ob wir den an die Hersteller zurückschicken sollten, damit die sich selbst um die Entsorgung kümmern können… 🤔

W.W.G.D.

What would grandmother do?

Mit dieser Frage beschäftigen wir uns oft.

Meine Antwort wäre, wäre diese Frage wirklich auf meine Großmütter bezogen: Mütterlicherseits hätte ich keine Ahnung, wahrscheinlich hätte sie Angst vorm Großvater. Fragen kann ich sie leider nicht mehr, da sie mit Demenz und nach mehreren Schlaganfällen ohne Reaktionsfähigkeit in einem Pflegeheim liegt. Väterlicherseits, sie ist gestorben als ich zehn war, wir lebten allerdings im selben Haus und sahen uns täglich, wäre die Antwort wohl: Sie hätte gewartet bis es jemand für sie getan hätte – nicht aus Faulheit oder Bequemlichkeit, sondern einfach weil sie keinen blassen Schimmer hatte (mein Gefühl als Kind) oder weil sie einfach nicht wollte (meine objektivere Vermutung als Erwachsene, nachdem ich etwas mehr Tau über meine Großeltern gesammelt habe).

Also denke ich, wenn wir uns das fragen, immer an imaginäre Großmütter. Meine imaginären Lieblingsgroßeltern waren übrigens immer die aus dem Buch „Brav sein ist schwer“.

Warum stellen wir uns diese Frage überhaupt?

Wir wollen uns damit in Erinnerung rufen, dass unser Leben so bequem ist, dass wir total vergessen (haben), dass es nicht immer so war.

Das was früher Mühsal war, ist jetzt eine Leichtigkeit über die wir gar nicht nachdenken und für die wir einen hohen Preis zahlen (in Landeswährung und Gesundheit).

Alles muss schnell und vor allem immer verfügbar sein.

Wir wollten aber schon lange nicht mehr industrielle Scheiße konsumieren. Wenn ich Inhaltsangaben von Produkten lese, die uns so „zum Fraß hingeworfen werden“ – kommt mir regelmäßig das Speiben. Und das ganz besonders bei Lebensmitteln.

Beim Einkauf gehe ich schon seit Jahren nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“ vor. Finde ich auf einer Packungsangabe Wörter die ich nicht herleiten und/oder aussprechen kann oder Nummern oder Dinge (meistens Zucker) die nicht darin vorkommen würden, würde ich das Produkt selbst herstellen, kaufe ich sie nicht. Aus diesem Grund landen in meinem Einkaufskorb äusserst selten Convenience-Sackerln und -Packerln. An dieser Stelle gebe ich auch gerne zu, dass ich auf manche – nach obiger Ausführung – böse Produkte dennoch nicht verzichte(te) (das TE in Klammer, weil das alles in Plastik verpackt ist und somit in Zukunft wohl flach fällt), einfach weil sie mit einem nostalgischen, heimeligen Gefühl (Essen wie bei Muttern) verbunden sind.

Letzte Woche, als mein Baby starkes Bauchweh hatte und bitterlich weinen musste, erinnerte ich mich an die Tropfen, die ihr ohne ersichtlichem Grund (mit der dummen, überforderten und nicht klar denkenden Mutter kann man es ja machen) im Spital vorm Haare waschen (!) verabreicht wurden und die gegen Koliken sein sollten. Ich war schon kurz davor, die zu kaufen, wollte aber vorher recherchieren woraus die eigentlich bestehen und fing beim Lesen der „weiteren Inhaltsstoffe“ zu weinen an. Man hat meinem Kind ALUMINIUM (!!!) in den Mund getröpfelt! What the fuck. In meiner Wut habe ich dann gleich alle anderen Tropfen gegen Koliken gecheckt und in ALLEN ist Aluminium enthalten. Alle Tropfen gibt es auch für Nicht-Babies in Tabletten ohne Alu drinnen. Danke. What would granny do? Kümmeltee. Daraufhin habe ich Baby-Fläschchen (aus Glas) gegoogelt, in der Hoffnung welche mit Sauger ohne Silikon und den ganzen hormonellen Stoffen zu finden, bin fündig geworden und das gab es sogar beim Drogeriemarkt vis a vis. Während der Tee durchzog waren wir einkaufen und als wir zurück waren, konnten wir auch das Bauchweh bekämpfen. Ohne Chemiekeule. Eventuell etwas langsamer – dafür tatsächlich magenschonend.

Es gibt übrigens auch Zahnpasta mit Aluminium drinnen. Wenn man da beim Einkaufen nicht aufpasst wie ein Haftlmacher landet das Deo mit „Jetzt neu ohne Aluminium“-Sticker mit der Zahnpasta gemeinsam im Einkaufskorb. Warum sollte ich was auf meinen Schleimhäuten wollen, was ich nicht auf meiner Haut will???

Aus diesen Gründen fragen wir uns die Überschrift fast täglich und machen viele Produkte selbst, die andere kaufen.

In unserem Haushalt wird mit Kernseife gewaschen (uns selbst (pur) und alles was schmutzig ist (in Kombination mit anderen Inhaltsstoffen) ), die meine Urgroßmutter (!) im 2. Weltkrieg hergestellt hat und Kistenweise bei meinem Vater am Dachboden rumgammelt. Es gibt keinen Fleck den die nicht rauskriegt. Meine Haare wasche ich mit Roggenmehl – eine Supersauerei, aber die Haare werden so schööööööööön. Den Popsch unserer Tochter reinigen wir mit Wasser und Waschlappen. Unseren eigenen reinigen wir nach dem großen Geschäft auch mit reinem Wasser – allerdings aus der Podusche mit ein bisserl Wasserdruck. Feuchttücher sind bei uns schon seit Monaten aus. Zähne kann man zwar auch mit Kernseife putzen, aber ich wasch mir doch meinen Mund nicht selbst mit Seife aus. Also haben wir unsere eigene Zahnpasta hergestellt. Zum Abschminken (ich schminke mich vielleicht wenn es hoch kommt zwei Mal im Jahr) und zur Körperpflege verwende ich Kokosöl – seitdem hält sich meine Neurodermitis auch im Zaum. Zum Wäschewaschen verwenden wir biologisch abbaubares Waschmittel (gekauft) im Wechsel mit Kastanien. Ich freue mich schon darauf, wenn die mein Kind aufklaubt.

Wir pressen unseren eigenen Saft – heute gab es Apfel-Kiwi-Weintraube, die einzigen unverpackten Früchte im Supermarkt. Wir machen neuerdings unsere Nudeln selbst.

Der Göttergatte bäckt gerne Brot. Ich koche gerne ein. Allerdings haben wir uns im letzten Jahr dafür sehr selten Zeit genommen (einmal gab es Brot und ich habe Rhabarber-Kompott eingekocht – shame on us).

Das Take-Away hält sich bei uns in Grenzen – wir leben ja nicht in New York oder Wien sondern in Passau 😂. Bei uns wird an mindestens 29 Tagen im Monat frisch gekocht.

Wir haben kein Auto. Wir verfluchen diesen Umstand mehrmals pro Woche, werden ihn aber nicht ändern auch wenn wir den Garagenstellplatz um 50 Euro zur Wohnung dazumieten mussten. Wir machen alles per ÖPNV. Es ist eine Tortur und es glaubt uns hier in Deutschland keiner, dass wir SO überleben können- aber mei, unsere vier Großmütter hatten alle keinen Führerschein!

In der Wohnung in der wir wohnen ist es das ganze Jahr wohlig warm, da sie direkt über dem Heizraum liegt. Für unsere Prinzessin heizen wir punktuell wenn nötig ein bisserl zu (z.B. im Badezimmer wenn gebadet wird). Ich bin selbst in einer ebenerdigen undichten Wohnung ohne Keller und ohne Isolierung groß geworden und war sehr selten krank.

Heute ist mein Saat-Adventskalender (leider mit unnötiger Plastikbanderole) gekommen und ich freue mich schon darauf im Frühjahr mit dem Garteln zu beginnen. Erstmals in meinem Leben. Nachdem der Basilikum aus dem Supermarkt vier Monate überlebt hat (er steht noch immee lebend auf der Fensterbank), fühle ich mich reif dazu.

Man wächst mit seinen Aufgaben.