Was bisher geschah…und was passieren wird…

Laut Berechnung soll das Küken in vier Tagen schlüpfen und ich bin gespannt ob es wie seine Mama eventuell doch überpünktlich sein könnte, was mir nix ausmachen würde.

Ich bin mittlerweile seit Anfang Mai zu Hause (Urlaub, zehn Tage Krankenstand, vier Tage arbeiten, Urlaub und nun Mutterschutz). Dank Fußball-WM habe ich mich zwischenzeitlich mal einen Monat nicht gelangweilt, da seit Anfang Juni alles kükenfertig ist. Seitdem ist „Es ist soooooo langweilig!“ mein Dauermantra.

Eine Woche war es im Juli weniger langweilig, da hatte der Kindsvater Urlaub und er hat wirklich keine Gelegenheit ausgelassen meinen Alltag spannender zu gestalten.

Es gibt allerdings Neues von der „Mission: Ehe„. Also: Nachdem die syrische Geburtsurkunde vom richtigen übersetzt wurde, wurde sie auch von der deutschen Botschaft in Beirut beglaubigt und mein zukünftiger Schwiegerpapa hat sie auch gleich abgeschickt. Das war an einem Montag. Naja, wie lange könnte so ein Brief aus Damaskus nach Passau brauchen, sollte er denn überhaupt ankommen, fragten wir uns… Wir rechneten mit einem Monat +/- 2 Wochen. Denn, meine Überlegung war, meine Mama hat am vorweihnachtlichen Montag letzten Jahres ein Packerl mit Schokoschirmchen für den österreichischen Weihnachtsaufputz nach Passau geschickt und das kam pünktlich zu Silvester an. Da wirds ja aus dem Kriegsgebiet das nochdazu nicht mal mehr im geographischen Europa liegt länger dauern. LMFAO. Am darauffolgenden Freitag klingelte es an unserer Tür – kurz nachdem der Göttergatte das Haus verlassen hatte und ich „nur noch ein bisserl“ weiterschlafen wollte. Also blieb ich liegen. Als Salar am Abend heimkam berichtete ich von dem Geklingel und er meinte er habe einen Anruf von einer „seltsamen“ Nummer erhalten – cirka zeitgleich. Und dann rief auch schon der Papa an und fragte ob die Unterlagen angekommen sind. WHAT? Also haben wir versucht zu recherchieren ob es denn tatsächlich die Post gewesen sein könnte… natürlich nicht. Wir haben aber die Trackingnummer erhalten und dann mal spaßeshalber den Brief verfolgt: What the fuck. „Empfänger nicht angetroffen – nächster Zustellversuch am folgenden Werktag.“ Wir haben dann den äußerst netten Typen der Lieferfirma angerufen und der meinte wir können es auch am Montag einfach bei ihm im Büro abholen.

Also der Brief ging von Damaskus nach Dubai, von Dubai nach London, von London nach Frankfurt und von Frankfurt nach Passau – in vier Tagen!!!!! Und das ganze zum Preis von 25 Euro (kein Bemmerl für Syrer, aber ich finde es ganz günstig).

Wir konnten es nicht glauben….besonders ich nicht. Somit sind wir am darauffolgenden Montag den Brief abholen gegangen und volée weiter zum Standesamt. Natürlich hatte ich mich nicht um die von mir verlangte neu ausgestellte Geburtsurkunde gekümmert weil ich es weiterhin schwer lächerlich fand. Aber ich habe jeden offiziellen Wisch, den ich im Laufe meines Lebens vom Staat Österreich erhalten habe, mitgenommen. Einschließlich meines ersten Meldezettels vom 27.5.1982. Das Konvolut im Gesamten dürfte dann auch dem Standesbeamten in Passau gereicht haben um meine österreichische Herkunft als gegeben zu betrachten. Salar musste dann noch eidesstattlich erklären, dass er „weder in Syrien noch auf den Fidschis“ mit wem anderen verheiratet ist. Ich wurde nicht gefragt „weil die Info holen wir uns aus Österreich“. Gott sei Dank hatte ich aus Wien auch noch meine Abmeldebestätigung dabei, da das letzte Magistrat dafür zuständig ist. Hat auch nur 21 Tage gedauert bis man mich für ehefähig erklärt hat – Sarkasmus off.

In der Zwischenzeit habe ich mir Gedanken über die Hochzeit gemacht und ich glaube nur wenige Ersttäterinnen interessiert der „schönste Tag im Leben“ so wenig wie mich – LOL. Ich habe beschlossen, dass bei der Eheschließung mal abgesehen von Salar und mir und dem Standesbeamten und dem Küken (na no na ned) eigentlich niemand dabei sein muss. Betonung auf „muss“. Da meine Mutter mir wohl nicht verzeihen würde wenn ich sag „ich heirate, aber das ziehen wir alleine durch“, sollen halt in Gottes Namen meine Eltern mit deren Anhang dabei sein und deshalb unseretwegen auch Salars Geschwister – wenn sie denn die lange Anreise dafür in Kauf nehmen wollen… wir meinen die zehn Minuten um jemanden beim Unterschreiben zuschauen sind acht bis zehn Stunden Anfahrt nicht wert (nicht einmal drei Stunden). Da meine Freunde in Wien leben und feiern mit relativ Neugeborenem so wie wir immer feierten sowieso nicht drinnen ist, lade ich aus oben genannten Grund auch die nicht ein. Ausserdem brauchen das Küken und ich sowieso neue Ausweise ASAP, da wir im Ausland wohnen und somit werden wir dann nach Wien fahren und dort dann mit den wichtigsten brunchen gehen. Weiters lege ich auf „teure Klamotten die ich nur einmal trage“ keinen Wert und werde ich in der Kleidung heiraten die ich am Morgen aus dem Schrank ziehen werde. Salar meinte schon, mit dem Geld, das wir alleine dadurch sparen könnten wir dann in Wien in einem gscheiten Hotel übernachten – am Ring – zumindest eine Nacht.

Die Meinungen hierzu reichen von Entsetzen über „du weißt, dass das der Brautvater zu zahlen hätt“ bis „Recht habts“.

Vielleicht für andere interessant ist auch die Auswahl des Datums: Wir nehmen den Wochentag in den ersten zwei Oktoberwochen der noch frei ist, vorzugsweise in der ersten Oktoberwoche. Salar hat da nämlich Urlaub.

Auch brauch ich keine Blumen. Nix symbolisiert rausgeschmissenes Geld für mich so sehr wie ein Blumenstrauß – no offense.

Und bezüglich Ehering….tja… ich hab gesagt ich brauch keinen, weil ich eh keinen Schmuck trage. Den Verlobungsring steck ich auch nur für Fotos an bei denen der Rezipient darauf Wert legen könnte den zu sehen (z.B. unsere Mütter).

Falls sich jetzt jemand fragen könnte, warum ich denn überhaupt heiraten will, wenn ich denn alles, was zu einer Hochzeit gehört, so rigoros ablehne, beantworte ich auch gerne diese Frage: Ich möchte, dass unsere Beziehung vom Staat anerkannt wird und ich möchte den selben Familiennamen haben wie der Papa und unser Kind. Das macht das Leben fürs Küken einfacher – und wenn es nur halb so viele Fragen hat wie seine Eltern, macht es auch unser Leben einfacher 😉.

Was tut sich sonst noch so?

Ich muss denjenigen, die meinen, unter der Dauerhitze zu leiden und nicht schwanger sind, leider mitteilen, dass ihr von Leiden keine Ahnung habt.

Gott hat mir bisweilen alle Wünsche erfüllt, die ich so geäußert habe, seitdem ich nach Passau gezogen bin und mit dem Sommer auch den im Dezember getätigten „Ich wette, das wird der heisseste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen – hahahaha“. Ich wünsche mir allerdings jetzt schon, dass der zweite Teil „und am Tag an dem das Kind kommt, fällt im Kreißsaal die Klimaanlage aus – hahahaha“ nicht erfüllt wird und überlege die ganze Zeit im Klinikum anzurufen um zu fragen ob die Klima eh regelmäßig gewartet wird…

Mein Gyn meinte, wenn ich fünf Tage drüber sein sollte, wird eingeleitet. Na. Vor nix gruselt mir mehr als vor gelegten Zugängen im Arm. Also hab ich beschlossen auf natürlichem Wege zu helfen das Oxytocin-Niveau zu erhöhen…. Ich wünsche, mein Kind ist neugieriger als ich und will doch mal wissen, wer da dauernd an die Tür klopft. Denn immerhin erzählen uns ungefragt uns mehr oder weniger unbekannte Personen, dass Sex Wehen einleitet – zuletzt die afrikanische Mama mit Baby, Kleinkind und Schulkind an der Bushaltestelle. Sollten die Recht behalten, werde ich definitiv davon berichten.

Über die Geburt an sich mache ich mir keine Gedanken. Wird schon kommen. Wird es ein Kaiserschnitt, wäre das meine allererste Narbe und somit auch OP – wenn es denn sein muss.

Achja, meinen Instagram-Account habe ich gelöscht, da ich viel zu viel Zeit auf dieser Plattform verbracht habe und mir die Werbung schon gründlich auf den Senkel ging. Auch möchte ich mich nicht dazu verführen lassen, ein Bild meines Kindes mit Smiley vorm Gesicht zu posten. Bei mir gibts klassisch Fotos per Post und wer mein Kind live sehen will, muss es besuchen – die Türpolitik ist allerdings hart.

2 Gedanken zu “Was bisher geschah…und was passieren wird…

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