10 Dinge – aus gutem Grund ohne Fotos – die dir niemand übers Schwangersein erzählt.

1. Deine Schamlippen werden so groß wie die von einer Kuh. Ja, ich weiß wie Schamlippen von einer Kuh aussehen wenn sie trächtig ist – Kategorie: Urlaub-am-Bauernhof-Trauma.

Das Positive ist aber, ab einem gewissen Zeitpunkt siehst du sie ohne Hilfsmittel sowieso nicht mehr. Dann musst du dich auf deinen Tastsinn und auf das Urteil von demjenigen verlassen, der dir das angetan hat.

2. Schneller als du glaubst kommst du nicht mehr an deine Unterschenkel und Füße ran. Seit Monat Vier besitze ich Schlüpfschuhe…. also Schuhe ohne Schuhband oder Klett oder sonst irgendeinem Verschluss. Und im Monat Vierkommafünf ist ein extralanger Schuhlöffel eingezogen.

3. Du wirst zum Hobbit mit extraviel Haaren an den Beinen, weil deine Behaarung superdicht wird – überall – nur am Kopf bleibt sie – vorerst – gleich.

4. Versuche gar nicht erst an Hornhautentfernung in Eigenregie zu denken und mach dir rechtzeitig einen Pediküretermin aus. Ich habe meinen vor einem Monat beantragt – Termin ist nächste Woche, deshalb schreibe ich: rechtzeitig, denn zwischenzeitlich musste ich mir auf Grund des Sommers die Hornhaut an den großen Zehen entfernen und das geht mehr schlecht als recht.

5. „Schlaf vor, als Mama wird das dann nix mehr mit dem Ausschlafen. Hahahaha.“ Ich dachte immer das angefügte „Hahahaha“ gilt schadenfroh dem letzten Teil des Satzes. Scheint aber mittlerweile so als gelte es dem ersten. Schlafen ist die Königsdisziplin. Besonders wenn man Bauchschläferin ist. Die ersten drei Monate geht’s ja noch, da hast ja noch keinen Bauch. Im 2. Trimester funktioniert es auch noch – in mir kam aber der etwas kranke Gedanke „ich kann ja nicht auf meinem Kind einschlafen“ hoch. Und dann natürlich das schlechte Gewissen in der Früh beim am-Bauch-Aufwachen „shit, wie lange lag ich schon so da?“. Was natürlich kompletter Unfug ist, sich solche Gedanken zu machen, weil dem Baby passiert nix in seiner Blase und ausserdem gibts ja noch ausreichend Platz fürs Zwutschkerl um sich flach zu machen.

Aaaaaaber im dritten Trimester!!!! Da wo man Schlaf am bittersten nötig hat, weil jeder Schritt eine Höchstleistung ist – vergiss es.

Ich wache bei jedem Umdrehen auf, weil mein Hirn sich einschaltet: „Nicht übern Bauch! Nicht zu schnell! Laaaaaaangsam! Bisschen mehr Beinarbeit! Nicht zu weit! Haaaaalt oberes Bein nach hinten sonst kippst du nach vorne! Sooo jetzt ists gut! Schlaf weiter – hahahahahaha.“ Denn dann meldet sich nämlich die Blase und ich lieg mit dem Gesicht nach Innen im Bett und muss den Kraftakt wieder zurück machen + aufstehen.

Und seit circa zwei Wochen schmerzen auch noch die Hüftgelenke wenn ich zu lange auf einer Seite liege – muahahaha. Bei den ersten unsicheren Schritten zur Toilette, die man schneller erreichen sollte, ist das besonders aua.

6. There is no toilet close enough! Spätestens ab Monat sechs haben die Pantyliners ausgedient und du greifst auf die dünnsten Binden zurück. Gaaanz am Anfang im Monat 4 als ich meinte „ich spür mein Kind nicht, aber hab eine Blasenentzündung“ (hahaha das war das Kind, das auf der Blase herumgeturnt hat), konnte ich ja noch ganz gut zusammenzwicken, weil da gabs ja noch sowas wie Muskeln da unten, die mich noch zusammenzwicken ließen.

Dann im Monat Sieben habe ich gemerkt, dass das keine im Urintest nicht aufscheinende Blasenentzündung ist sondern, dass mein Kind meine Urinsammelstelle als Kopfpolster benutzt. Danke. Wann auch immer es für sie ungemütlich wird, drückt sie drauf herum. Und dabei muss die Blase gar nicht voll sein! Nein! Das geht auch kurz nach dem Urinieren. Hin und wieder habe ich auch das Gefühl sie zwickt die Leitung zusammen und lässt mich im 5 Minutentakt nur jeweils drei Tropferl pinkeln.

Vor kurzem hat das ganze noch eine Steigerung gefunden: Nießen ist gleich Lackerl machen. Lachen ist gleich Lackerl machen. Stiegensteigen ist gleich Lackerl machen. Einkäufe in Taschen und nicht am Rücken tragen ist gleich Lackerl machen. Okay, Lackerl ist vielleicht übertrieben aber ein Tropferl verlier ich. Und das obwohl ich jahrzehntelang meinen Beckenboden trainiert habe – aber ich kann einfach nicht die ganze Zeit meinen PC-Muskel anspannen, da bekomm ich fix einen Scheidenkrampf davon. Also die dicken Binden eingekauft.

7. Irgendwann kannst du einfach nimmer lange sitzen. Oder stehen. Oder gehen. Aber am Ottomanen liegen funktioniert. Also ich habe das nach meinem Urlaub gemerkt, in dem ich noch stundenlang Autofahren, bei Freunden sitzen und Einkaufsbummel machen konnte. Plötzlich war es aus. Nach zehn Schritten wurde der Bauch zu schwer, nach zehn Minuten aufrecht sitzen fing der Bauch zu krampfen an. Also ab zum Arzt. Der hat mich ausgelacht und gemeint, dass es jeder schwangeren so geht. Na aber warnen tut einem keiner. Die Krämpfe sind Übungswehen – und ja, da kann auch 20x am Tag deine Gebärmutter auf die Idee kommen üben zu müssen. Ist halt beim Arbeiten eher kontraproduktiv.

Mittlerweile bekomme ich den harten Bauch nur noch beim Stehen und Gehen, beim Sitzen meldet sich mein Kind nun mit einem beherzten Tritt in den Teil des Bauches der gerade stört. Und ich muss sagen, es ist schon total witzig wenn sich auf einmal eine Titte hebt weil die zu schwer am Bauch liegt oder dem Kind der Hosengummibund zu eng ist oder es nicht mehr deinen Oberschenkel spüren will auf dem der Bauch liegt.

8. Als Ersttrimester wurde mir von der damals endezweittrimestrigen Freundin der etwas verzweifelt klangende Tipp gegeben „mach ein Foto von deinen Brüsten, so schön werden sie nie wieder sein!… und von deinem Nabel!“ Ich habe gelacht und gemeint „klingt logisch“. Nimm so einen Ratschlag ernst wenn du ihn bekommst! Das weiß ich jetzt, im dritten Trimester angekommen – ohne solch Fotos zu besitzen. Meine Nippelhöfe sind riiiiiiesig und schwarz, meine Tutteln im Allgemeinen werden nur noch vom Bauch hochgehalten. Mein ehemals tiefer wunderschön geschwungener Nabel, der aussah wie ein Knoten in einem Stück Stoff von der Rückseite betrachtet, ist einfach nur noch flach – zumindest konnte ich jetzt mal bis zum letzten hinteren Winkel meinen Nabel inspizieren, aber das wird halt nach dem ersten Mal auch langweilig. Jedoch nicht so, das den verlorenen wunderschönen Titten nachtrauern. Allerdings ist das halt auch so eine Sache – ich kann mich erinnern, dass meine Mama nachdem wir zwei Kinder ausgesäugt waren auch wieder schöne Apfelbrüste bekommen hat. Deshalb versuche ich bei jedem Blick in den Spiegel rational an das in mir steckende Genmaterial zu denken und zu hoffen, dass ich nicht nur die Krampfadernneigung und das schlechte Bindegewebe sondern auch die Tuttelrückbildungschance geerbt habe.

9. Am Anfang ist dir eventuell sauübel aber am Ende kommt dir alles hoch. Schlecht war mir am Anfang meiner Schwangerschaft nur solange ich noch gar nicht wußte, dass ich schwanger bin – ich schätze mich glücklich. Jetzt, im letzten Viertel, kann es neben dem Tritt in die Blase nach einem leckeren Mahl und dem anschließendem Flätz auf der Couch schon vorkommen, dass das Kind voller neuer Energie beim Umdrehen mal in den Magen ausschlägt. Da muss man halt dann mit dem Schlucken schnell sein.

10. Irgendwann kommt jede schwangere zu dem Punkt der Gewichtszunahme und dem Wasser in den Beinen. Ich habe bei der letzten Wiegung genau zwei Kilo mehr gehabt als bei der ersten und die kamen erst zwischen vorletzter und letzter Wiegung dazu. Meine Mutter kommentierte das mit „Gott sei Dank“. Ich denk mir halt „Lieber Gott, ich will nicht drei Stellen vorm Komma haben wenn ich gebäre.“Zumindest sollte es danach dann wieder zweistellig sein.

Seit zwei oder drei Wochen lege ich tagsüber schon ein kleines Wasserdepot in meinen Beinen an, könnte ja mal eine Durststrecke kommen. Aber ich muss sagen, im Gegensatz zu dem was ich so im Wartezimmer beim Gyn erblicke, kann ich mich wirklich nicht beschweren.

Zu guter Letzt muss ich natürlich sagen, das ist das was mir in meiner – ersten – Schwangerschaft so aufgefallen ist. Jede Schwangerschaft ist anders. Jede Frau ist anders. Mit diesem Wissen im Hintergrund höre ich auf keinerlei gut gemeinte Ratschläge von (Ex-) Schwangeren. Die einzigen Personen die ich um Infos bitte sind: mein Gyn, meine Mutter und Salar’s Mutter – in dieser Reihenfolge. Erstens, mein Gyn hat wohl schon mehrere Schwangere vor mir betreut. Zweitens, meine Mama hat zur Hälfte meine Gene und da könnte es ja eventuell der Fall sein, dass es ähnlich läuft (superdankbar war ich bei meinem ersten Nervenzusammenbruch ganz am Anfang für „Ach Weibi, frag mal deinen Vater was er mit mir alles durchmachen musste als ich mit dir schwanger war.“). Und drittens, Salar’s Mutter ist mit fünf Schwangerschaften (zwei Burschen, drei Mädels) die mit der meisten Erfahrung und zu einem Viertel trage ich jetzt ihr Genmaterial spazieren, eventuell weiß sie was was mir weiterhelfen könnte.

Also, rational entscheiden, von wen man Ratschläge annimmt und ganz sicher nicht alles googlen was einem drückt.

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