Also geplant war das nicht…

In meiner ersten Woche in der neuen Arbeit habe ich mit meiner Mama telefoniert. Im Spaß habe ich zu ihr gesagt, nur eine Schwangerschaft kann mich aus dieser Hölle holen.

Nach zwei Wochen war mir jeden Tag speiübel in der Früh und eigentlich den ganzen Tag…. naja, dachte ich, das ist psychosomatisch, die Arbeit kotzt dich halt an. Spaßeshalber hab ich meiner besten Freundin getelegramt, dass ich ja nicht nur psychosomatisch kotzen sondern – hahahaha – auch schwanger sein könnte.

Eine Schwangerschaft schloss ich kategorisch aus. Mein Gyn in Österreich hat ja im September beim letzten Kontrollbesuch gemeint „Wenns schwanger werden wollen, brauchens sicher hormonelle Unterstützung.“ – Juhuu, dachte ich, ein Freibrief!

An dieser Stelle muss ich was erklären:

Im Gegensatz zu fast allen Frauen, habe ich mit 13 bereits beschlossen keine eigene Leibesfrucht in die Welt zu setzen, sondern mich lieber um die verstoßenen, bereits vorhandenen zu kümmern. Ich liiiiiebe Kinder – aber ein eigenes wollte ich den größten Teil meines Lebens nicht.

Über Schwangere herzuziehen war mein größter Spaß – besonders wenn sie dachten sie seien krank oder wenn sie ihr Hirn verloren – das legte sich etwas, als immer mehr Frauen schwanger wurden, die ich eigentlich leiden kann.

Aber diesen ganzen Schwangerschaftsschaß mit Nichtgebärenden zu diskutieren fand ich immer lästig, weil: Warum erzählst du das mir? Ich werde in diese Situation nie kommen!

So im August letzten Jahres überkam mich erstmals das Gefühl, eventuell wär ein eigenes gar nicht mal so schlecht – nicht sofort, aber so in 2-3 Jahren….bis dahin kann ich es mir ja nochmal durch den Kopf gehen lassen und mich geistig darauf vorbereiten…..

Als ich dann in der ersten Dezemberwoche meine Tage nicht bekam, hab ich mir auch noch nix gedacht – Lebensumstellung, Stress mit der neuen Arbeitssituation und eigentlich warens im Dezember eh nie pünktlich…. Ich habe aber beschlossen, den „Beruhigungsschwangerschaftstest“ wie immer in einer Woche zu machen, wenn es bis dahin nicht fließt.

Eine Woche später saß ich mit Schwangerschaftstest am Klo. Keine 20 Sekunden hats gedauert bis das Ergebnis klar und deutlich erschien. Ich bin raus und hab zu Salar relativ emotionslos gesagt „according to this test we will be 3 next summer. I will buy a new one tomorrow.“ Das glitzern in Salars Augen werde ich NIE vergessen.

Am darauffolgenden Tag rief ich 5 Gynäkologen in Passau an, um um einen Termin vor Weihnachten anzusuchen. Eine einzige Sprechstundenhilfe hat die zwei wichtigsten Fragen gestellt: „1. Schwangerschaft?“ und „Wie alt sind Sie denn?“ – und da habe ich dann am Freitag vor Weihnachten einen Termin erhalten.

Die nächsten drei Tage habe ich jeden Tag einen Schwangerschaftstest bepinkelt und gelernt, keine „Vorteilspackung“ zu kaufen, denn die zwei Tests dadrinnen waren beide ungültig – also stand es 2 positive zu 2 ungültige…. oida….

Die zehn Tage bis zum Vergewisserungstermin waren die emotionale Hölle – ich nannte das Ding im Bauch Warrior – so viel wie ich im November gebechert habe (fast täglich einen white russian – an besonders harten Tagen auch ohne Milch) und an der Shisha gezogen hatte, konnte das Ding nur einen immensen Überlebenswillen und Kampfgeist haben.

Beim Gyn wusste ich nicht wirklich wie ich mich verhalten soll – Freude vorgaukeln? Emotionslos? Meine Gefühle frei zeigen? Ich entschloss mich dann spontan für letzteres und hab da jedem gesagt, dass ich darauf nicht eingestellt bin. Wo ich dann den Herzschlag am Ultraschall sah war mein erster Gedanke „oh Gott“.

Zu Weihnachten habe ich es meinen Eltern erzählt – ich denke, das beste Weihnachtsgeschenk aller Zeiten. Dann habe ich überlegt wem ich es noch erzählen kann – weil mit irgendwem muss ich ja darüber quatschen und der, wenns nix wird, mir dann nicht mit einem mitleidigem Aug‘ gegenübersteht.

Am allerlustigsten war es, es meiner besten Freundin zu erzählen. Ich rief sie zu Silvester an und sie hob ab mit: „Isaaaaa! Bist schwanger? hahahahaha“ „Ja.“

Und der anderen, die mir etwas voraus ist im Schwangerschaftsstadium, hab ich es so gesagt: „Glaubst unsere Kinder werden sich so gut verstehen wie wir, obwohls nur vier Monate auseinander sind?“

Salar hat es seiner ganzen Family zu Silvester erzählt – ich glaube, seine Mama weint noch immer vor Glück….

Sonst habe ich es bisher noch niemandem erzählt. Aber jetzt schreibe ich es hier und ich hoffe, dass alle die es lesen, darüber noch nicht wußten und mich kennen, sich kräftig darüber das Maul zerreißen – sonst wärs nur halb so lustig.

Also: Heute der ganzen Welt und morgen meinem Arbeitgeber!

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