Ein Monat in der Arbeit

Jetzt arbeite ich doch schon einen ganzen Monat in Deutschland und ich muss ehrlich sagen, ich dachte nach den ersten Tagen dort nicht, dass ich mir das so lange anschauen werde. Über die ersten echt schlimmen Tage half mir mein Dienstzeugnis aus Österreich. Das habe ich jeden Morgen zur Motivation gelesen und mir gedacht „So deppert wie die da bin ich nicht.“

Mittlerweile ist die „Schulungszeit“ vorbei und ich arbeite (mit denen die den Job wirklich erst seit kurzem machen) in einer „Blase“. Alles was ich mache wird kontrolliert mit entweder einem Augenrollen oder mit einem „was soll ich dazu sagen, außer „speichern musst noch“?“ Die Schulungspaten die für Rückfragen und Kontrolle bereitstehen und den anderen wirklich helfen müssen, kommen zu mir zum Plaudern…. sie sind von der Kontrolle meiner Arbeit genausowenig begeistert wie ich, weil sie mir einfach nichts mehr beibringen können. Wenn ich ein Streitgespräch habe, stehen sie in einer Traube um mich herum und lernen wie man Kunden wieder von ihrem Trip runterholt.

Heute hatte ich Feedback-Gespräch mit dem einzigen da drinnen wo ich mir wirklich denke, der tut ned nur unsympathisch, der ist es tatsächlich. Naja was soll ich sagen…ich werde meinem Dienstzeugnis, das meine neue Arbeit nicht sehen wollte, gerecht. „Du hast nach zwei Wochen eine Quote wie langjährige Mitarbeiter.“ Jaaaaa hahahahaha, ich mach den Scheiß auch schon so lange wie die längsten hier! Das einzige was mich bremst ist die gschissene Kontrolle!!! Ich wär noch viel besser!!! Konnte ich natürlich so nicht sagen – also sagte ich „aha“. Dann hat er gemeint ich werde im Jänner in den Schichtdienst versetzt und bekomme natürlich auch die Zulage – dass ich ohne es auch nicht gemacht hätte, habe ich gesagt – verdiene hier ja sowieso unter meinem Wert. Ich habe auch gesagt, dass ich mich extrem unterfordert fühle und mich langweile und dass ich die anderen Bereiche (in diesem Fall tatsächlich) auch geschult bekommen möchte und zwar dalli. Das dürfte noch dauern, da es keine geplanten Schulungen gibt. Also habe ich meinem Anliegen Nachdruck verliehen und hinzugefügt, dass Langeweile ein Motivationskiller ist.

Es gibt sehr vieles wovon ich an meinem neuen Arbeitsplatz nicht begeistert bin, aber eines was mir taugt: die Kollegen sind charakterlich so durchgemischt wie am alten Arbeitsplatz: die oide Bissgurn, die mit den bunten Haaren, den der die Goschn nicht halten kann und immer Grimassen schneidet, den der mit jeder neuen Kollegin flirtet, den Nerd, die leiwanden Weiber, die Teamleiter denen das Gesicht eingeschlafen ist, die Tussi… nur wirklichen Spaß hat man hier nicht bei der Arbeit. Dazu ist einfach keine Zeit und der Arbeitgeber findet das auch nicht gut wenn man lacht (!!!) – also ich hör jeden Tag die Frage ob ich die falschen Pillen schlucke (Antwort: na leider.)

Was mir auch positiv auffällt ist, dass die Kunden hier um einiges entspannter sind als in Österreich. Viiiiel weniger Diskussionen! Die Partner sind auch durchwegs leiwand. Und hier in Deutschland taugts den Deutschen auch plötzlich eine Österreicherin am anderen Ende der Leitung zu haben. Hier wünschen einem die Kunden auch ein schönes Wochenende wenn man ihnen eine Absage erteilt.

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