Trennung in Passau

Die Lügenpresse hat bei uns im Haus zugeschlagen. Alle Hausbewohner haben die Nachricht bekommen, dass in der mikrigen Biomülltonne angeblich Styropor und Plastikdosen gefunden wurden – mit Foto. Das regt mich seit Tagen auf. Denn der abgebildete Mist ist unserer. Wir wissen ganz genau, dass wir das Plastik in den Restmüll geworfen haben. Zu allem Übel wissen wir auch, dass die 5-Liter Gebinde und das TV-Verpackung-Styropor so groß waren, dass die gar nicht in die Biomülltonne gepasst hätten – schon gar nicht, so wie auf dem Foto abgebildet, nebeneinander. LÜGENPRESSE!!!! Ich bin ziemlich nahe dran, den Hausmeister anzurufen und ihn zu fragen ob er komplett deppert ist und ob er so zur Welt kam oder es erst nachträglich wurde. Es ist eine Frechheit. Leider fehlt mir aber die Beweiskraft, dass wir es richtig entsorgt haben – hab mir ja nicht gedacht, dass ich davon ein Foto machen muss. Ich fühle mich zu tiefst beleidigt und in meiner Trenner-Ehre gekränkt. What the fuck.

Dieser Vorfall hat mir den letzten Anstoß gegeben, mich mit der Abfallentsorgung in Passau zu beschäftigen. 

Seit wir hier eingezogen sind überlege ich wo ich denn die zwei Wein- und eine Wodkaflasche aus Glas entsorgen soll… ich finde einfach keinen nahen Container – also stehen sie ausgewaschen in der Küche herum und ich habe die Sorge, dass wir vor lauter Altglassammelei bald keinen Platz mehr haben – immerhin wohnen wir erst seit zwei Wochen hier und es sind schon drei Flaschen….

Ausserdem bin ich äusserst irritiert ob des unendlichen Plastikmülls den ich hier tagtäglich vom Einkaufen mitheimnehme. Ich bräuchte hier im Haus einen Plastikcontainer, einen für Papier und einen für Biomüll. Dann wüsste ich nämlich nicht was wir im Restmüll noch zu entsorgen hätten…

Schon damals als ich vom Land nach Wien gezogen bin, hatte ich ein Problem damit, dass es keinen Plastikcontainer oder gelben Sack gab, wie ich es von meinem Elternhaus gewohnt war. Aber immerhin gab es mehrere Mistinseln im Umkreis von 500 Metern, so dass mir der Weg dorthin selten zu weit und es nie ein Umweg war. Ich möchte nicht behaupten, dass ich permanent strikt getrennt habe – das wäre zu idealistisch. Natürlich habe ich auch mal alles zusammen in den Restmüll geworfen – zur Arbeitserhaltung bei der MA48. Nochdazu gab es ja keine Biomülltonne und mit einem Apfelbutzen, den Erdäpfelaugen oder der Bananenschale zum Biocontainer fünfhundert Meter zu laufen war mir dann auch zu blöd.

Zurück nach Passau: ich habe einen Artikel aus dem Jahre 2012 gefunden, in dem berichtet wird, dass der Stadtrat kategorisch und aus haarsträubenden Gründen den gelben Sack ablehnt. Also habe ich weitergegoogelt – ich wollte wissen, ob es für die zuagraste Österreicherin mit Trennungswunsch eine Möglichkeit gibt dem nachzukommen. Die Antwort ist eher unbefriedigend ausgefallen: Ohne Auto ist es, wie im oben erwähnten Artikel aus dem Jahre Schnee, tatsächlich noch immer unmöglich den Wertstoffhof zu erreichen. Der ist irgendwo, man kann bei der Lage nicht mal mehr von Stadtrand sprechen. 

Aber ich habe einen Reststoffhof gefunden, der gar nicht mal so weit weg ist – also fußläufig. Leider hat der heute geschlossen und auch die nächsten Tage nicht geöffnet. Somit tu ich mir zeitnah etwas schwer dort zu recherchieren ob sie eigene Säcke haben für den Kunststoff – den würde ich dann nämlich wirklich sammeln und hinbringen. Einmal in der Woche kann man das ja machen und der Mist ist ja auch nicht gerade schwer zu tragen. Ansonsten muss ich uns halt große Säcke besorgen in dem wir den dann reinstecken können.

Ich würde gerne wissen, was Passau so mit dem ganzen ungetrennten Restmüll macht. Auch für diese Recherche würde ich ein Auto benötigen, der Müllhof ist irgendwo, und ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass im Rathaus keiner eine Ahnung hat. 

Auch einen Abfallabholkalender habe ich mir runtergeladen. Von den Abholzeiten bin ich schockiert. Unser 30-Parteien-Wohnkomplex hat eine kleine Biotonne (Leerung 2-wöchentlich, auch im Sommer), zwei Papiercontainer (Leerung ein Mal im Monat) und einen Restmüllcontainer (für den gibts wenigstens wöchentlich die Chance geleert zu werden). Bin ja gespannt ob wir da einen zweiten bekommen…. aber so wie ich das schon von Salars alter Wohnung kenne, warscheinlich nicht. Da gabs bei 70 Wohnungen zwei Container und am Wochenende vor und nach der Leerung stand der Mist schon davor herum. Ganz gschmackig.

Die näheste Wertstoffinsel habe ich übrigens mit Hilfe der Suchmaschine gefunden, ich Googlequeen. Da werde ich jetzt mal hinreisen – zur Entsorgung und zum Lokalaugenschein.

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