Der Umzug – Tag 3: Waschmaschine holen, Fahrt nach Passau, 2. Wohnung ausräumen, Abendprogramm

Sonntagmorgen um 7 Uhr dachte ich, der größte Teil wäre geschafft – in Retrospektive denke ich mir, wie kann man nur so naiv sein?!

Wir hatten einen engen Zeitplan – um 9:30 Uhr würde meine Vermieterin kommen und die Wohnung abnehmen. Also waren wir ratzfatz beim Frühstücksbuffet mit unseren bereits gepackten Taschen und haben kräftig zugelangt. Ziel war es um 8 Uhr in der Wohnung zu sein und sie fertig zu machen. Es musste der Kleinscheiß ins Auto, die obersten Fenster geputzt und die Wohnung besenrein gemacht werden. 

Während Salar die Fenster putzte, habe ich zusammengekehrt und dabei entdeckt dass sich ein Pfosten von meinem gschissenen Bett mit dem Parkettboden vereinigt hatte – es war unmöglich das zu übersehen…. also musste ich das auch noch beseitigen – ich wollte ja meine Kaution retour. Salar hat in der Zwischenzeit das Klumpert ins Auto verfrachtet. Dann habe ich noch das Bad geputzt. 

Um 9:25 waren wir mit allem fertig und ich wollte noch eine rauchen. Schmecks. In dem Moment wo die Zigarette im Mund war, läutete auch schon die Vermieterin. Auf der einen Seite freute ich mich, dass sie pünktlich war – auf der anderen hätte ich gerne noch eine geraucht. Wurscht. Zackizacki habe ich die Wohnung retourniert und hab mir schriftlich geben lassen, dass dies ordnungsgemäß passiert ist. Um 10 Uhr kamen die Nachmieter und wir haben uns gegenseitig den Zählerstand von Gas und Strom bestätigt – zum Ab- und Anmelden. 

Wir waren im Zeitplan, ich konnte noch eine rauchen und wir sind zu meinem Vater gefahren. Salar und mein Papa kannten sich noch nicht und ich habr beiden schon vorher erklärt, dass es keine Zeit zum Kennenlernen geben wird, wir stehen unter Zeitdruck. Meinem Papa war das Recht, er hatte sowieso „Tag der offenen Gallerietür“. Also kurz Hallo und Pfiati gesagt, Waschmaschine abmontiert und mit den Nachtkastln verladen. 

Ich freute mich so sehr als wir, noch immer voll im Zeitplan, endlich am Weg waren. 

Während der Fahrt beschlossen wir aufs Geld zu scheißen und den Transporter bis Mittwoch zu behalten, denn wir hatten keine Lust mehr den auszuräumen, ausserdem mussten wir ja noch Salars Sachen holen und seine Wohnung übergeben und Salar musste am Montag auch um 6:30 Uhr zu arbeiten beginnen. 

Als wir bei der Grenze ankamen, haben wir uns brav in die „>2.5 Tonnen-Spur“ eingeordnet:

Ich zu Polizist: „ Wo darf ich mich zur Kontrolle hinstellen?“

Polizist: „Fahren Sie weiter.“

Ich: „Aber wir haben alles so gut gesichert! Wollen Sie wirklich nicht mal reinschauen?“

Polizist: „Bitte! Fahren Sie einfach weiter!“

Ich muss zugeben, ich war enttäuscht.

Kaum waren wir durch, hab ich auf die Rückwand der Fahrerkabine geklopft und geschrien: „You can breath now! Welcome to Germany!“ Salar hat Tränen gelacht.
Ratzfatz waren wir bei unserer neuen Wohnung. Salar schrieb eine SMS an seinen Vermieter dass Sie um 19:30 kommen sollen. Salar hat sich ausgerechnet, dass wir eine Stunde Zeit zur Teilentladung haben und dann in seine Wohnung müssen. Im Akkord haben wir ausgeladen und sind weiter. Jetzt war das Zeug natürlich nur noch halb so gut gesichert – egal. 

In Salars Wohnung haben wir einfach nicht mehr gedacht, sondern nur noch funktioniert. Jedes Teil wurde so wie es war eingepackt und eingeladen – somit haben wir die Kaffeemaschine inklusive Wasser umgesiedelt – das Wasser schaffte es allerdings nicht ganz bis in die neue Wohnung 😉.

Den Kleiderkasten, das Regal und den Tisch haben wir zusammengebaut eingeladen – zur Stabilisierung der 1000 Kleinteile darunter. Drei Stühle hätten auch noch mitmüssen – Salar wollte sie einladen, ich habe mich durchgesetzt und wir haben sie entsorgt – Sonntag 18:45 in Passau ist kein Mensch mehr unterwegs. In diesem Fall war das recht praktisch.

Um 19 Uhr waren wir fertig – inklusive putzen. Dann sind wir 30 Minuten herumgehangen – ohne Sitzmöglichkeit.
Dann kamen der Vermieter und die Nachmieter gleichzeitig pünktlich an und nach 10 Minuten waren wir unterwegs in die neue Wohnung. 

Während Salar sich um das Porzellan meiner Oma und die Beleuchtung der Wohnung kümmerte – die Lade mit den Lampen und Verlängerungskabeln war bei den ersten Dingen dabei, die wir ausgeladen haben – natürlich war das kein Zufall – bin ich zum Schachtelwirt und habe einfach mal alles ohne Speck von der Speisekarte doppelt bestellt. Ich schwöre, noch nie waren lätscherte Burger und ungesalzene Pommes so lecker wie an diesem Abend. 

Natürlich haben wir das Bett nicht mehr aufgestellt, sondern sind einfach auf die entrollte Matratze gefallen und sofort eingeschlafen.

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